2014 – Funtenseetauern (2578 m.) - Überschreitung

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Schwierigkeit:   PD-  oder  WS-   (T5-  oder  W5-)

Charakter:  Beim Aufstieg von der Wasseralm (je nach Route) leichte Kletterei (I-II) und fast durchgehend wegloses Schrofen- und Felsgelände (über längere Zeit steiles, zerklüftetes Karst) – nur vereinzelt Steinmänner und verblasste Markierungen! Abstieg vom Gipfel über den luftigen, landschaftlich großartigen Stuhljochgrat (I+) und den Stuhlwandrücken (steile, grasige Schrofen – auch hier teils nur undeutliche Pfadspuren) – Anspruchsvolle, über weite Strecken weglose Bergtour auf einen alles überragenden, gewaltigen Gipfel im Herzen des Steinernen Meeres! Von der Wasseralm (1423 m.) zunächst dem ausgeschilderten Weg nach Süden (Niederbrunnsulzen – Totes Weib) folgen und gut 200Hm bergauf. Am Fuß einer markanten Felswand (Hocheck) jedoch vom bezeichneten Weg abzweigen und rechts unterhalb der Felswand auf kaum kenntlichen Pfadspuren über grasige Hänge in westliche Richtung aufwärts. Vorteilhafterweise direkt (weglos) durch ein grasbewachsenes, zunächst noch licht bewaldetes Kar (zwischen Hocheck und Kuhscheibe) auf eine markante, im oberen Teil begrünte Geländestufe zu. In zunehmend karstigem Gelände rechts um die steile Geländestufe herum – Anschließend im Kar des Unsünnigen Winkels (siehe AV-Karte! Der eigentliche Unsünnige – „sonnenlose“ – Winkel ist das steile, oft mit Firn/Blankeis gefüllte Kar zwischen Funtenseetauern und Graskopf!) über weite, eindrucksvoll-monotone Karstflächen (je nach Route Kletterei bis I) in südliche Richtung auf die Einschartung (Punkt 2327 m.) zwischen Graskopf und Leiterkopf zuhalten. Je näher man der Scharte kommt, desto zerklüfteter wird das Gelände – je nach Route sind zahlreiche Umgehungen und Zwischenabstiege (I-II) notwendig, auf der optimalsten Route ist es ein genussvolles Kraxeln (I) über weitläufige Karsterhebungen. Aus einer gerölligen Mulde (zuletzt unterhalb der Abstürze des Graskopfes hindurch) über steilen Karst in die Scharte (Punkt 2327 m. – deutsch-österreichische Landesgrenze) – Nun nach rechts (Westen) und knapp oberhalb der Steinigen Grube über Karst, Blockwerk und Geröll (vereinzelt verblasste Farbpunkte und Steinmänner! – mühsames Schutt- und Trümmergelände!) in der Südwestflanke des Graskopfes dahin, bis man die markante, von rötlichem Gestein geprägte Südflanke des Funtenseetauern erreicht. In der der mäßig steilen Flanke über Blockwerk, Geröll und grasige Schrofen empor auf den alles überragenden Gipfel (2578 m. – weite, hindernislose und absolut grandiose Rundumsicht!) – Vom Gipfel zunächst über den grasbewachsenen Grat in westliche Richtung bergab zum Vorgipfel (2512 m.) und anschließend dem Gratverlauf folgend zum Punkt 2523 m. (Wetterstation) – Man folgt dem anfangs noch breiten Rücken über Gras und Geröll zum Stuhljochgrat. Dieser – teilweise ziemlich schmale und luftige – Grat (bis I+) kann links in der Flanke umgangen werden, ist jedoch landschaftlich sehr eindrucksvoll und in jedem Fall zu empfehlen! Kurz vor dem markanten Felszacken des Stuhljochs auf Steigspuren nach links in die Flanke und über grasige Hänge schräg abwärts zum Stuhlwandrücken. Anschließend – den Steigspuren folgend (wer mag auch direkt) – immer ein Stück links der Abbrüche („Stuhlwand“) über die weiten, steilen Gras- und Schrofenflanken abwärts. Man hält auf einen markanten, dem Stuhlwandrücken vorgelagerten Geländevorsprung zu und folgt dem undeutlichen Steig (Steinmänner!) links an ihm vorbei. Über grasige Schrofenhänge geht es in einen lichten Bergwald und zu einer Wegekreuzung (1880 m. – Totes Weib - Kärlingerhaus). Hier nach rechts und auf gutem Bergsteig – leicht abfallend – durch Wälder ins idyllische Baumgartl (tolle Ausblicke zum Großen Hundstod!) und weiter zum nahen Funtensee (1601 m.) mit dem Kärlingerhaus (1630 m.) – Große, landschaftlich sehr eindrucksvolle Bergtour auf den dominierenden, zentralen Berg des Steinernen Meeres mit entsprechend grandiosem Gipfelpanorama! Die Überschreitung des Funtenseetauern bietet dem alpin-erfahrenen Bergsteiger eine Fülle grandioser Eindrücke – weite, wild-zerklüftete Karstflächen, eindrucksvolle Steilwände, einsame Orte (Kar des Unsünnigen Winkels, Steinige Grube) abseits der ausgetretenen Pfade, luftige Felskraxelei (Stuhljochgrat) und eine absolut grandiose Gipfelaussicht! Wer das Steinernen Meer aufs Intensivste erleben will, für den ist die Funtenseetauern-Überschreitung genau richtig!

Gefahren:  Der Funtenseetauern ist ein gewaltiges, weitläufiges Bergmassiv – bei schlechtem Wetter wird die Route von der Wasseralm über das Kar des Unsünnigen Winkels hochriskant! Nebel oder (bedingt durch Nässe/Vereisung) glatte Felsen kann man sich im weglosen, zerklüfteten Karst – außer man ist ein absoluter Gebietskenner und Könner – nicht leisten! Speziell bei schlechter Sicht ist von dieser Tour dringend abzuraten! Selbst bei optimalen Wetter- und Routenbedingungen sind hinsichtlich der Orientierung erhöhte Anforderungen gestellt – Routeninstinkt, gute Geländebeurteilung und Erfahrung im weglosen Karst sind Grundvoraussetzungen! Bei Schneelage große Vorsicht im Karst! – das Einbrechen in tiefe Dolinen oder Mulden ist vergleichbar mit dem Sturz in eine Gletscherspalte! Auch wenn die zu bewältigenden Höhenmeter (1200) und die Gehzeiten (4h von der Wasseralm – 2,5h bis zum Kärlingerhaus) moderat sind, so ist doch eine solide Kondition bzw. Ausdauer unbedingt notwendig. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine der Tour angemessene Ausrüstung (gutes Schuhwerk, winddichte Kleidung, ausreichend Wasser, AV-Karten 1:25.000, Kompass und AV-Führer etc.) sollten selbstverständlich sein! Der Aufstieg von der Wasseralm ist ziemlich einsam – im Notfall kann man (meistens) nicht auf fremde Hilfe zählen! Und auch die Normalroute vom Kärlingerhaus ist alles andere als überlaufen (ich habe während der gesamten Tour – bei traumhaftem September-Wetter – keinen einzigen Menschen getroffen). Beim Zustieg zum Kar des Unsünnigen Winkels (je nach Route) teils abschüssiges Schrofengelände, zwischen Punkt 2327 m. und Funtenseetauern (im Bereich der Steinigen Grube) unangenehmes, mühsames Trümmer- und Schuttgelände, am Stuhljochgrat luftige Kraxelpassagen und am Stuhlwandrücken steiles, grasiges Schrofengelände – Wer mit so etwas umgehen kann, sollte kaum Schwierigkeiten bekommen. Und auch sonst sind objektive Gefahren eher rar gesät. Es gilt wie so häufig: Wer die beschriebenen technischen Anforderungen souverän beherrscht, Routen- und Wetterverhältnisse angemessen berücksichtigt (hier besonders wichtig! – der Funtenseetauern ist ein Schönwetter-Berg!) und entsprechend ausgerüstet ist, reduziert die Risiken, bei dieser großen Tour zu Schaden zu kommen, auf ein Minimum.


15. September  -  19. September 2014

Fünf-Tages-Tour in die Berchtesgadener Alpen – Am ersten Tag (Tourenbericht) Zustieg vom Parkplatz Hinterbrand über Priesbergalm und Gotzenalm zur Wasseralm. Am zweiten Tag Besteigung des Großen Teufelshorns (2361 m.) über den Normalweg mit anschließender Gratüberschreitung zum Kleinen Teufelshorn (2283 m.) – Abstieg zur Wasseralm über den Normalweg. Am dritten Tag Aufstieg von der Wasseralm zum Funtenseetauern (2578 m.) mit anschließendem Abstieg über den Stuhljochgrat zum Kärlingerhaus. Am vierten Tag (Tourenbericht) Überschreitung der Schönfeldspitze (2653 m.) von West nach Ost (Normalwege) in die Buchauer Scharte – Anschließend via Hochbrunnsulzen, Brunnsulzengrat, Niederbrunnsulzen und Lange Gasse zurück zur Wasseralm. Am fünften Tag Abstieg über den Röthsteig zum Obersee mit anschließender Fahrt über den Königssee.

Gesamtübersicht

Privat organisierte Tour  -  alleine begangen

[Bild: Funtenseetauern 2578 m. von Südosten aus der Steinigen Grube]

3. Tag        Wasseralm  -  Kar (Unsünniger Winkel)  -  Punkt 2327 m.  -  Steinige Grube  -  Funtenseetauern  -  Stuhljochgrat  -  Stuhlwandrücken  -  Baumgartl  -  Am Stein  -  Funtensee  -  Kärlingerhaus

Der Funtenseetauern (2578 m.) ist das zentrale und dominierende Bergmassiv des Steinernen Meeres. Zahlreiche Randgipfel (wie Schönfeldspitze, Selbhorn oder Großer Hundstod) übertreffen ihn zwar an Höhe – an Masse wird er dafür in der näheren Umgebung von keinem Berg übertroffen. Entsprechend seiner geographischen Bedeutung und zentralen Lage innerhalb der Berchtesgadener Alpen verfügt der Funtenseetauern über eine wahrlich einmalige Aussicht! Der Berg weist zahlreiche, meist weglose Anstiege auf und wird Sommers wie Winters (Variante zur Großen Reibn) regelmäßig bestiegen. Der meist begangene Weg führt über den Stuhlwandrücken und den oberen Teil des Westgrates (3h, ausgeschildert und spärlich markiert, teilweise aber nur Pfadspuren) – als (lohnende!) Variante über den Stuhljochgrat (bis I+ / luftige Gratkraxelei) – auf den Gipfel. Lederkar, Steinige Grube, das Kar des Unsünnigen Winkels (klassische Wasseralm-Route), der eigentliche Unsünnige Winkel (häufig sehr steiles Blankeis!) oder die Grünsee-Route (teilweise schwierige Orientierung!) – es gibt unzählige, in der Regel weglose und ziemlich anspruchsvolle Routen am Funtenseetauern, wobei die wichtigsten bzw. genannten Touren im AV-Führer beschrieben und dort auch nachzulesen sind. Der Funtenseetauern ist ein Berg für Könner und echte Bergsteiger – auch der einfachste Anstieg vom Kärlingerhaus über den Stuhlwandrücken will ehrlich verdient werden. Und da der Berg aufgrund der Abgelegenheit sowie der enormen zu bewältigenden Distanzen nur im Rahmen einer (mindestens) zweitägigen Tour machbar ist (außer man ist ein ganz extremer Konditionsbolzen!) – wird der Funtenseetauern das bleiben, was er schon immer war – ein herrlich ursprünglicher Berg mit einer unbeschreiblich tollen Aussicht!

[Bild: Funtenseetauern 2578 m. von Osten. Links der Unsünnige Winkel]

Heute soll eine meiner absoluten BGA-Traumtouren – die Überschreitung des mächtigen Funtenseetauern (2578 m.) – endlich Realität werden. Die Vorhersage verspricht wunderbares Bergwetter (was für diese Tour auch absolut notwendig ist!) und als ich mich noch vor 6 Uhr (in absoluter Dunkelheit) schließlich auf den Weg mache, klopft mir angesichts des klaren Himmels sowie beim Gedanken an die grandiose Gipfelaussicht das Herz vor lauter Vorfreude – es steht mir ein toller Bergtag bevor!

[Bild: Dämmerung in der Röth...Blick zu den Teufelshörnern]

[Bild: Rechts unterhalb der markanten Felswand des Hochecks geht es vom bezeichneten Weg zur Niederbrunnsulzen-Scharte ab und über Grashänge weglos bergauf]

[Bild: Weiter oberhalb geht es in einem Linksbogen mäßig steil über Grashänge aufwärts - rechts hinten ist die markante Spitze des Funtenseetauern 2578 m. bereits sichtbar...es ist jedoch noch weit!]

[Bild: Zunehmend dominiert Karst die Szenerie, während ich auf die markante Geländestufe im Hintergrund zuhalte]

[Bild: Die Geländestufe wird rechts (westlich) umgangen. Im Hintergrund der Graskopf 2519 m. im ersten Morgenlicht]

[Bild: Blick zurück über den bisherigen Aufstiegsweg aus der Röth]

[Bild: Bei der Umgehung der Geländestufe am Beginn des Kares des Unsünnigen Winkels (siehe AV-Karte!) - der eigentliche Unsünnige Winkel zwischen Graskopf und Funtenseetauern ist noch nicht sichtbar]

[Bild: Am Beginn des Kares nordöstlich des Graskopfes 2519 m. (rechts) - Weglos geht es nun nach Lust und Laune über Karst dahin]

[Bild: Funtenseetauern 2578 m. von Osten gesehen. Links (Licht-Schattengrenze) der Unsünnige (sonnenlose) Winkel]

[Bild: Blick zur Scharte des Punktes 2327 m. (rechts) die es anzuvisieren gilt. Links der Leiterkopf 2369 m.]

[Bild: Graskopf 2519 m. - woher der Name wohl kommt...?]

[Bild: Blick zurück über die Steinwüste des Kares des Unsünnigen Winkels, die es zu durchqueren gilt. Rechts in der Ferne der Untersberg]

[Bild: Über zerfurchten Karst geht es bergauf in Richtung der Scharte zwischen Leiterkopf und Graskopf]

[Bild: Oberer Teil des Kares östlich des Unsünnigen Winkels. In der Bildmitte das Hocheck (Hochegger) 2230 m. (vermutlich ein grandioser Platz für ein Freiluftbiwak!) - Links in der Ferne der Hohe Göll und rechts das Große Teufelshorn]

[Bild: Blick vom Punkt 2327 m. zwischen Leiterkopf und Graskopf zum einsamen Wildalmrotenkopf 2516 m. und zum Grießkogel 2543 m. - Rechts der Beginn der Steinigen Grube]

[Bild: Nun gilt es, den Graskopf (rechts) oberhalb der Steinigen Grube südlich zu umrunden ]

[Bild: Einigen verblassten Markierungen folgend, geht es über geröllig-schuttigen Karst dahin]

[Bild: Blick zum Funtenseetauern 2578 m. - das Ziel kommt in Reichweite! Rechts der Graskopf 2519 m.]

[Bild: Auf dem Weg zum Funtenseetauern]

[Bild: Oberhalb der Steinigen Grube. Links der Wildalmrotenkopf 2516 m. und rechts der Grießkogel 2543 m.]

[Bild: Weglos geht es durch blockreiches Gelände und Karst in Richtung Gipfel]

[Bild: Gipfelhang des Funtenseetauern]

[Bild: Blick zurück in die Steinige Grube. Links der Graskopf 2519 m. - in der Ferne der Hochkönig 2941 m. und rechts der Wildalmrotenkopf 2516 m.]

[Bild: Ankunft am Gipfel des Funtenseetauern - ein befreiendes Gefühl!]

[Bild: Blick vom Gipfel des Funtenseetauern nach Norden zum Hohen Göll 2522 m. mit den Gotzenbergen davor. Rechts das Hagengebirge]

[Bild: Blick über die Lederköpfe zur markanten Schönfeldspitze 2653 m. - Ganz links das Selbhorn 2655 m. und in der Ferne die Hohen Tauern]

[Bild: Auf dem Gipfel des Funtenseetauern 2578 m.]

[Bild: Blick nach Nordwesten zum Watzmann 2713 m. mit dem Hochkalter 2607 m. links dahinter. Rechts in der Ferne der Untersberg]

[Bild: Einem Hexen-Brodem gleich, wabern die Wolken aus dem Blühnbachtal nach Deutschland (ausgerechnet und ausschließlich die Teufelshörner haben an diesem Tag im weiten Umkreis schlechtes Wetter!) - Rechts der majestätische Hochkönig 2941 m.]

[Bild: Die Schönfeldspitze 2653 m. dominiert die Szenerie! Rechts die Ramseider Scharte (Riemannhaus) mit dem Breithorn 2504 m. (rechts) und dem markanten Sommerstein 2308. - In der Ferne die Hohen Tauern mit dem Großvenediger 3657 m.]

[Bild: Blick über den markanten Stuhljochgrat in den westlichen Teil des Steinernen Meeres mit dem Großen Hundstod 2594 m. - In der Ferne Leoganger Steinberge (links) und Loferer Steinberge]

[Bild: Was für ein grandioser Aussichtsberg! Auf dem Gipfel des Funtenseetauern im Herzen der Berchtesgadener Alpen]

[Bild: Steinige Grube vom Gipfel des Funtenseetauern. Links im Hintergrund das Wildalmkirchl 2578 m. - ganz rechts das Selbhorn 2655 m.]

[Bild: Blick zurück zum Gipfel, von dem es schließlich in westliche Richtung bergab geht]

[Bild: In Form eines kurzen Gegenanstieges geht es auf dem Grat zum Vorgipfel 2523 m. (Wetterstation) - Rechts der Watzmann 2713 m. und links das westliche Steinerne Meer]

[Bild: Tiefblick ins Lederkar (im Winter eine rassige Skiabfahrt!) - Im Hintergrund Selbhorn 2655 m. (links) und Schönfeldspitze 2653 m.]

[Bild: Der eindrucksvolle Stuhljochgrat im Profil (Abstiegsweg - kann auch links/südlich umgangen werden) - Im Hintergrund Watzmann 2713 m. - Hochkalter 2607 m. - Hocheisspitze 2523 m. und Großer Hundstod 2594 m.  -  von rechts nach links]

[Bild: Der Funtenseekessel mit dem Viehkogel 2158 m. (links) aus der Vogelperspektive - noch ist es ein gutes Stück bis zum verdienten Radler auf der Terrasse des Kärlingerhauses]

[Bild: Abstieg über den Stuhljochgrat]

[Bild: Wunderbare Berchtesgadener Alpen!]

[Bild: Blick vom Stuhljochgrat zurück zum Gipfel des Funtenseetauern]

[Bild: Am unteren Ende des Stuhljochgrates. Von hier geht es linkerhand abwärts zum Stuhlwandrücken]

[Bild: Abstieg über den Stuhlwandrücken des Funtenseetauern, das westliche Steinerne Meer und den Funtensee immer im Blickfeld]

[Bild: Fantastische Perspektive! - Tiefblick zum Grünsee 1474 m. mit dem Simetsberg 1884 m. darüber (dahinter der Hachelgrat) - Rechts der Schwarzensee 1568 m. und rechts hinten der Königssee mit der Halbinsel St. Bartholomä]

[Bild: Blick vom Stuhlwandrücken zurück zum Stuhljochgrat]

[Bild: Auf dem Weg in den Funtenseekessel]

[Bild: Kurz vor Erreichen der ebenen Grasfläche (rechts unten) geht es links über karstige Schrofen abwärts]

[Bild: Blick zum eindrucksvollen Schottmalhorn 2225 m. mit der Schönfeldspitze 2653 m. dahinter. Links das Selbhorn 2655 m. und rechts der Sommerstein 2308 m. beim Riemannhaus]

[Bild: Auf nicht immer eindeutigem Steig geht es abwärts in Richtung Funtensee]

[Bild: Der Funtenseekessel wird überragt vom Viehkogel 2158 m. - Im Hintergrund Großer Hundstod 2594 m. (links) und Großer Schneiber 2330 m.]

[Bild: Beim Funtensee]

[Bild: Funtensee 1601 m. im Herzen des Steinernen Meeres - ein absolutes Sehnsuchtsziel!]

Das Kärlingerhaus (1630 m. – anderen Angaben zufolge 1638 m.) ist eine Alpenvereinshütte der Kategorie I und im Besitz der DAV-Sektion Berchtesgaden. Die manchmal auch „Funtenseehaus“ genannte Unterkunft befindet sich am Nordrand des Steinernen Meeres im Grenzgebiet zwischen Bayern und Österreich – etwa 100 Meter nordwestlich des Funtensees. Das Kärlingerhaus ist in der Regel von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet bzw. geöffnet (für ca. 2-3 Wochen auch über Ostern – Skitourenzeit, z.B. „Große Reibn“) und verfügt über 42 Betten – und 178 Lagerschlafplätze. Der stets geöffnete Winterraum bietet zudem Platz für 20 Personen – Das macht die Hütte zur größten Bergunterkunft in den gesamten Berchtesgadener Alpen. Das Kärlingerhaus wurde anstelle einer früheren Forstamthütte in den Jahren 1903-1905 erbaut. Bereits 1880 hatte man in der Nähe der heutigen Hütte das Funtenseehaus errichtet, einen Vorläufer des heutigen Kärlingerhauses, das bereits früh als Bergsteigerstützpunkt diente. Im 20 Jahrhundert wurde die Hütte stetig erweitert und modernisiert. Am 24.12.2001 wurde mit -45,9 Grad Celsius knapp oberhalb des Funtensees die tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur aufgezeichnet, wodurch der Funtenseekessel als „Kältepol Deutschlands“ bekannt wurde. Erreicht werden kann das Kärlingerhaus über eine Vielzahl von Wegen und alpinen Steigen: Der klassische und am häufigsten begangene Aufstieg zur Hütte beginnt in St. Bartholomä und führt über die Saugasse in etwa 4h zum Kärlingerhaus. Alternativ bieten sich auch der lange Zustieg über das Wimbachtal und den Trischübelpass (6-7h) – der Steilaufstieg von Salet über die Sagereckwand (4-5h) und der Übergang von der Wasseralm (4h) an. Die zentrale Lage des Kärlingerhauses ermöglicht eine Vielzahl an Hüttenübergängen: Wasseralm, Riemannhaus, Ingolstädter Haus, Peter-Wiechenthaler-Hütte und Wimbachgrieshütte können jeweils in 3-6 Stunden erreicht werden – wer dagegen den Übergang zum Matrashaus auf dem Hochkönig plant, muss mit 10-11 Stunden (!) reiner Gehzeit rechnen. Und auch wenn die Wege und Steige in der Regel gut markiert und beschildert sind, so sind dennoch elementare bergsteigerische Fähigkeiten und gutes Schuhwerk unbedingt erforderlich. Die beliebtesten und bekanntesten Berg – bzw. Gipfeltouren im Umkreis sind: Feldkogel (1886 m.) – Viehkogel (2158 m.) – Schottmalhorn (2225 m. / selten bestiegen, Kletterei bis II) – Schönfeldspitze (2653 m.) und Funtenseetauern (2578 m.)  -  Die Überschreitung des zuletzt genannten Berges zur Wasseralm hin, ist eine der großartigsten Bergtouren der Nördlichen Kalkalpen. Daneben gibt es noch eine Reihe anspruchsvoller und teils äußerst selten begangener Kletterrouten und Gipfeloptionen – die jedoch allesamt nur versierten Alpinisten bzw. Individualisten vorbehalten und im AV-Führer nachzulesen sind. Die klassische Panoramaansicht vom Kärlingerhaus – Funtensee mit Schottmalhorn – gehört zu den bekanntesten und schönsten Landschaftsbildern der Berchtesgadener Alpen. Des Weiteren wird die Hütte südöstlich von der imposanten Stuhlwand des Funtenseetauern und südwestlich vom Viehkogel überragt – das Panorama des fast allseits von eindrucksvollen Bergen und Gipfeln eingerahmten Funtenseekessels ist wirklich fantastisch. Das Kärlingerhaus (1630 m.) gehört aufgrund seiner zentralen und landschaftlich herausragend schönen Lage oberhalb des Funtensees sowie aufgrund der vielfältigen Tourenmöglichkeiten zu den bedeutendsten Berghütten der Berchtesgadener Alpen.

[Bild: Kärlingerhaus]

[Bild: Funtenseetauern vom Kärlingerhaus]

[Bild: Schottmalhorn 2225 m. im Abendlicht]

[Bild: Funtenseetauern 2578 m. - Was für ein toller Berg!]

Die Überschreitung des Funtenseetauern wird mir in zweierlei Hinsicht im Gedächtnis bleiben: Zum einen war die Tour von vorne bis hinten grandios! Die Bilder dieses Berichts sprechen eine eindeutige Sprache und können doch nur schwer vermitteln, welches anhaltende Glücksgefühl (flow) ich während der Tour hatte. Zum anderen ist mir zwischen Wasseralm und Funtensee kein einziger (!) Mensch begegnet. Es mag sicherlich daran gelegen haben, dass dieser Tag ein Mittwoch war...nichtsdestotrotz waren Kärlingerhaus und Wasseralm (natürlich) prall gefüllt - und das Wetter perfekt...ich versteh's bis heute nicht. Sei's drum - Wer auf gestandene Bergtouren steht, wird hier fündig!

Für den nächsten Tag habe ich mir die Schönfeldspitze vorgenommen - nach der Schöneck-Tour (Bericht) einige Wochen zuvor gibt es nämlich noch eine Rechnung zu begleichen... Hier geht es weiter zum nächsten Tourenbericht (4. Tag + 5. Tag)

[Bild: Auf dem Gipfel des Funtenseetauern 2578 m. im Herzen des Steinernen Meeres in den Berchtesgadener Alpen]

 

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