2014 – Sonnjoch (2458 m.) - Überschreitung

stefanmitterer.de

 


Schwierigkeit:   F+  oder  L+   (T4-  oder  W4-)

Charakter:  Leichte, lohnende Rundtour auf einen formschönen Karwendel-Gipfel mit Kletterei bis I. Der nordseitige Anstieg auf das Sonnjoch führt via Bärenlahnersattel Richtung Gipfel und lässt sich ideal mit dem Normalweg über die Gramaialm kombinieren! Der Anstieg führt vom entsprechenden Parkplatz im Falzthurntal als kurzer Waldsteig, zuletzt über grasbewachsene Steilflanken in das grüne Hochkar („Bärenlahner“) zwischen Sonnjoch und Schaufelspitze. In diesem geht es steil und anstrengend – zuletzt geröllig – in den Bärenlahnersattel. Von der Scharte folgt man dem Schrofensteig quer über Grasflanken in die Westseite des Sonnjoch Nordgrates. Über schroffe Geröllrinnen und Grasflanken geht es weiter bergauf, teilweise führt der Weg direkt über den Bergrücken, meistens wird jedoch nach rechts in die felsige Westseite ausgewichen (teilweise abschüssig-schroffes, stark gerölliges Felsgelände bis I.) – Auf grasigen Schrofenbändern quert man schließlich vom Grat in den obersten Teil der Nordostwand des Sonnjochs. In leichter Kraxelei (I) folgt man den Markierungen im Felsgelände über Schrofen, Absätze und Geröllhänge zum Gipfelgrat über den es rasch zum höchsten Punkt geht. Der Abstieg führt über den breiten, stark gerölligen Westrücken unschwierig abwärts in die grünen Matten zwischen Sonnjoch und Hahnkampl. Auf breitem Bergsteig geht es von der Gramaialm Hochleger hinab zur großen Gramaialm und auf einer Fahrstraße schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Die Tour ist durchgehend markiert und ausgeschildert. Mit etwa 1250 Höhenmetern und 3-4h Gehzeit bis zum Gipfel eine normale Tagestour. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung sind bei der Bärenlahner-Route notwendig. Insgesamt eine für Karwendel-Verhältnisse moderat-schwierige, aber äußerst lohnende Bergtour auf einen tollen Aussichtsgipfel!

Gefahren:  Der Anstieg vom Bärenlahnersattel zum Sonnjoch-Gipfel birgt (in der Theorie) gewisse Risiken. Die Route ist vielfach nordseitig/nordwestseitig ausgerichtet, daher sind die Bedingungen unbedingt zu berücksichtigen – bei Nässe oder gar Schneelage werden die teils abschüssigen Querungen der felsigen Geröllschrofen und Grasflanken riskant! Bei guten Bedingungen und sicherem Wetter sind diese Risiken dagegen (vorausgesetzt man bringt ein entsprechendes Maß an Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpiner Erfahrung mit) als gering einzustufen. Aufgrund der durchgehenden Markierung fällt die Orientierung sehr leicht. Die Nähe der Gramaialm Hochleger zum Gipfel stellt zudem einen weiteren Sicherheitsfaktor dar. Wer daher die beschriebenen Anforderungen souverän beherrscht sowie Weg- und Wetterverhältnisse angemessen berücksichtigt, wird bei dieser Karwendel-Tour keine Probleme bekommen.


4. August 2014

Ein-Tages-Tour ins Karwendel mit Überschreitung des Sonnjochs (2458 m.) – Zunächst Aufstieg vom Parkplatz Falzthurntal zum Bärenlahnersattel. Von dort Überschreitung des Sonnjochs zur Gramaialm (Hochleger) hin. Abstieg zum Parkplatz via Gramaialm und Falzthurntal.

Privat organisierte Tour zusammen mit Stefan

[Bild: Sonnjoch 2458 m. von Osten. Über den Grat rechts im Profil verläuft der Anstieg vom Bärenlahnersattel]

Parkplatz Falzthurntal  -  Bärenlahner  -  Bärenlahnersattel  -  Sonnjoch  -  Gramaialm Hochleger  -  Gramaialm  -  Parkplatz Falzthurntal

Das Sonnjoch (2458 m.) – höchster Gipfel der gleichnamigen Sonnjochgruppe im Karwendel – ist ein eindrucksvoll-schroffer Felsgipfel, der (bis auf Südwesten) nach fast allen Seiten hin in steilen Wandfluchten abbricht. Der aus Wettersteinkalk bestehende Berg wird sehr häufig bestiegen, speziell der unschwierige Normalweg von der Gramaialm (Hochleger) her über den gerölligen Westrücken erfreut sich großer Beliebtheit, bietet sich doch hier die Möglichkeit einen „richtigen“ Karwendel-Gipfel unproblematisch und schnell zu besteigen. Immerhin sind aber mindestens 1200 Höhenmeter komplett auf eigenen Füßen zu absolvieren, bis man (bei gutem Wetter) die grandiose Aussicht vom Gipfel auf den Karwendel-Hauptkamm genießen kann. Wer die deutlich ruhigere Route über den Bärenlahnersattel mit dem Normalweg kombiniert, erhält als Ergebnis eine Karwendel-Rundtour, der es in bergsteigerischer Hinsicht an nichts mangelt!

[Bild: Blick zurück zum Bärenlahnersattel beim Aufstieg zum Sonnjoch. Über der Scharte ragt die Schaufelspitze 2308 m. in den Himmel]

Der Berg-Sommer 2014 ist – nun ja – ausbaufähig…Mehr als eine Tagestour ist in der Regel nicht drin. Die erste Bergtour des Jahres führt mich unterdessen ins Karwendel, jenes urweltliche Gebirge zwischen Mittenwald, Innsbruck und Achensee, das ich bei Tagestouren zugunsten der Berchtesgadener Alpen bisher immer verschmäht habe – Zeit das zu ändern! Ausgesucht haben Stefan – mein Tourenpartner an diesem Tag – und ich uns das Sonnjoch (2458 m.) – eine Tour, welche uns bei den wolkig-dampfigen Wetterverhältnissen Anfang August 2014 als vernünftig erscheint. Von Pertisau beim Achensee kommend, geht es durch das Falzthurntal zum Ausgangspunkt – einem Parkplatz (auf etwa 1200mH). Gegen 7 Uhr machen wir uns schließlich auf den Weg in Richtung Bärenlahnersattel.

[Bild: Mystisch präsentiert sich unser Ziel - das Sonnjoch 2458 m. - bei der Anfahrt durch das Falzthurntal]

[Bild: Bei (noch) wolkenlosem Himmel grüßt im Südwesten die Lamsenspitze 2508 m.]

[Bild: Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Bärenlahnersattel]

[Bild: Blick zum Sonnjoch - knapp 1250Hm stehen uns nun bevor]

[Bild: Die Zeitangaben beim Wegweiser am Ausgangspunkt sind großzügig bemessen: Am Ende werden wir 1,5h zum Bärenlahnersattel und 2h45 zum Sonnjoch-Gipfel gebraucht haben - jeweils inklusive Pausen]

[Bild: Der Aufstieg zum Sattel beginnt als klassischer Waldsteig]

[Bild: Sonnjoch 2458 m. von Nordosten]

[Bild: Nach einiger Zeit führt der Weg aus dem Bergwald heraus und leitet in Kehren über steile Wiesen bergauf Richtung Bärenlahner. Links die wuchtigen Nordostabstürze des Sonnjochs]

[Bild: Am Beginn des grünen Hochkares („Bärenlahner“) vor dem Bärenlahnersattel]

[Bild: Sonnjoch Nordostwand]

[Bild: Das Bärenlahner-Kar wird überragt von den eindrucksvollen Südwänden der Schaufelspitze]

[Bild: Blick zurück in Richtung Falzthurntal. Im Hintergrund Lunstkopf 2142 m. (rechts) und Rappenspitze 2223 m.]

[Bild: Auf gutem Bergsteig geht es im grünen Hochkar („Bärenlahner“) konsequent gen Sattel. Die düsteren Südwände der Schaufelspitze (rechts) begleiten uns stets dabei]

[Bild: Der oberste Teil des Kares unterhalb des Bärenlahnersattels]

[Bild: Über begrünte Geröllhänge geht es das letzte Stück bergauf zum Bärenlahnersattel]

[Bild: Angekommen im Bärenlahnersattel 1994 m. - Blick nach Westen in Richtung Gamsjoch]

[Bild: Im Bärenlahnersattel 1994 m. - mit Blick auf den weiteren Weg zum Sonnjoch]

[Bild: Blick zurück zum Bärenlahnersattel 1994 m. - welcher überragt wird von der mächtigen Schaufelspitze 2308 m. - Über die Südwestkante im Profil führt eine anspruchsvolle, ernsthafte Kletterführe (VI-/A1 und V) auf den schroffen Gipfel]

[Bild: Vom Bärenlahnersattel führt der Weg zunächst rechts unterhalb vom Grat quer über eine Grasflanke und anschließend in einer gerölligen Rinne bergauf]

[Bild: Ein Stück unterhalb vom Grat folgen wir dem Pfad über Grasflanken in Richtung Bergkörper]

[Bild: Blick in die wilde Nordwestwand des Sonnjochs. Deutlich ist links der weitere Weg in Richtung Gipfelaufbau zu erkennen]

[Bild: Da staunt der Stefan nicht schlecht - bisher eine Top-Tour! Im Hintergrund die Gamsjochgruppe]

[Bild: Unterhaltsam geht es über den breiten Grasgrat auf die Felsen zu - der markante Gratturm ist das Ziel]

[Bild: Und dann wird es zum ersten Mal etwas anspruchsvoller: Rechts unterhalb vom Gratturm (Blick zurück!) geht es in abschüssigem, (aufgrund der Nässe) etwas heiklem Felsgelände (I) weiter bergauf - es sieht steiler aus als es ist!]

[Bild: Um den Felsturm herum leitet eine geröllige Rampe wieder auf den Grat]

[Bild: Blick zurück zur Schaufelspitze im Nebel - vom Grat geht es auf grasigen Bändern (landschaftlich großartig!) in den obersten Teil der Sonnjoch Nordostwand]

[Bild: Den Markierungen folgend, geht es im grasigen Schrofengelände (I) stetig bergauf]

[Bild: Oberster Gipfelaufbau des Sonnjochs]

[Bild: Tiefblick nach Westen ins Rißtal]

[Bild: Über den Gipfelgrat geht es schließlich direkt (I) in Richtung Kreuz]

[Bild: Auf dem Gipfel des Sonnjochs 2458 m.]

[Bild: Blick vom Sonnjoch-Gipfel nach Osten (rechts ist der Achensee 929 m. erkennbar) - Kein perfektes, aber interessantes Bergwetter!]

[Bild: Blick nach Südwesten zum wolkenverhangenen Karwendel-Hauptkamm]

[Bild: Auf dem sonnenbeschienenen (nomen est omen) Sonnjoch 2458 m. - Rechts das Rißtal]

[Bild: Blick nach Nordwesten ins Rißtal - rechts unten der Bärenlahnersattel 1994 m.]

[Bild: Abstieg über den gerölligen Westrücken des Sonnjochs. Im Hintergrund der wolkenverhangene Karwendel-Hauptkamm]

[Bild: Blick zurück zum Sonnjoch - der Gipfel liegt weiter hinten]

[Bild: Gamsjoch 2452 m. von Osten]

[Bild: Auf dem Weg zur Gramaialm (Hochleger) - Deutlich ist der Weiterweg zum Hahnkampl und weiter zur Lamsenjochhütte erkennbar. Im Hintergrund (von links nach rechts): Lamsenspitze 2508 m. - Mitterspitze 2494 m. - Schafkarspitze 2505 m. - Hochglück 2572 m. - Hochglückscharte, Eiskarlspitze 2613 m. und Spritzkarspitze 2606 m.]

[Bild: Abstieg von der Gramaialm (Hochleger) - Der Weg ist unschwierig zu begehen, es sind (u.a.) zahlreiche Familien unterwegs. Im Hintergrund die Rappenspitze 2223 m.]

[Bild: Im südlichen Ende des Falzthurntales („Gramaier Grund“) - auf dem Weg zur Gramaialm]

[Bild: Sonnjoch 2458 m. von Südosten]

[Bild: Bei der hotelartigen Gramaialm. Das Wetter wird zunehmend schlechter - dunkle Wolken verhüllen die Lamsenspitze 2508 m.]

[Bild: Auf einer Asphaltstraße geht es von der Gramaialm das letzte Stück zurück zum Auto]

[Bild: Wieder beim Auto - Eine schöne Tour war's!]

Fazit: Die erste Begegnung mit dem Karwendel verlief wolkig, aber vielversprechend! Auch wenn ich mich (nicht nur rein geographisch) den Allgäuer und Berchtesgadener Alpen deutlich  mehr verbunden fühle, habe ich mir fest vorgenommen, in Zukunft dem Karwendel öfter einen Besuch abzustatten. Die Sonnjoch-Tour - also speziell die Überschreitung via Bärenlahnersattel - kann ich in jedem Fall empfehlen! Wem der Anstieg von der Gramaialm zu überlaufen ist, findet in der Überschreitung von Nord nach West eine lohnende, ruhige Alternative. Die Tour ist abwechslungsreich, gewürzt mit einigen Kraxelstellen und ein paar landschaftlich wunderschönen Bänderquerungen. Für Karwendel-Rookies (wie mich) - und dazu noch als erste Bergtour des Jahres bei (mehr oder weniger) unsicherem Wetter - genau das Richtige!

[Bild: Sonnjoch 2458 m. - Ein wirklich eindrucksvoller Berg!]

 

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