2019 – Mooslahnerkopf (1815 m.) - Schneeschuhtour

stefanmitterer.de

 


Schwierigkeit:   F  oder  L   (WT3)

Charakter:  Mäßig schwierige, mittellange (3-4h) Schneeschuhtour auf den östlichsten Gipfel des Watzmann-Massivs, hoch über dem Königssee im Nationalpark Berchtesgaden. Bis Kühroint unschwierige, in weiten Teilen geräumte Wege - danach (nach kurzem Zustieg) 400Hm Aufstieg über eine bewaldete Steilflanke. Solide Schneeschuh-Gehtechnik, grundlegende Bergerfahrung und Kondition sowie sichere Lawinen-/Schneeverhältnisse sind hierbei entscheidend. Vom Gipfel des Mooslahnerkopf hat man eine atemberaubende Rundumsicht über 7 der 9 Berggruppen der Berchtesgadener Alpen: Watzmann, Steinernes Meer (Funtenseetauern & Schönfeldspitze), Hochkönig, Hagengebirge, Hoher Göll, Untersberg und Lattengebirge belohnen für die Mühen des Aufstiegs - v.a. der Kleine Watzmann mit seinen wilden Graten und das azurblaue Auge des Königssees ziehen jedoch in Form einschüchternder Nah- und Tiefblicke die Aufmerksamkeit auf sich. Vom Parkplatz Hammerstiel (764 m.) geht es auf einem breiten, in der Regel gespurten oder platt getretenen Weg durch den Bergwald der Schapbachriedel Nordwestausläufer in einem großen Bogen zur Wegkreuzung bei der Schapbach-Diensthütte. Von dort auf der geräumten Fahrstrecke in Richtung Südosten in freies Gelände und an der Schapbachalm vorbei zur berühmten Benzinkurve. Mit zunehmender Höhe werden die Ausblicke in Richtung Watzmann nun immer spektakulärer! In einem weit ausholenden Links-Rechts-Bogen auf dem geräumten Weg (alternativ auch direkt) bis zum weitläufigen Almgebiet von Kühroint. Von dort entweder auf direktem Weg auf den Mooslahnerkopf zusteuern und nach einem kurzen (unter Umständen weglosen) Zwischenabstieg zum Beginn der Nordflanke oder alternativ auf (in der Regel) gespurtem/breiten Weg in Richtung Archenkanzel, bis man eine quer verlaufende Forststraße (im Winter meist Spuren) erreicht (siehe Karte!) und dieser nach rechts (Westen) zur Nordflanke folgt. Im Folgenden (je nach vorhandenen Schneeschuh-/Skispuren) in einigen ausholenden Kurven über die bewaldete Steilflanke bergauf, bis man den äußeren linken (östlichen) oberen Teil erreicht. In diesem in freies Gelände und über ein letztes Steilstück (Vorsicht bei erhöhter Lawinengefahr!) zum nahen Gipfel. Der Abstieg erfolgt auf der Aufstiegsroute. Ein kleiner - technisch vollkommen unschwieriger - „Schlenker“ über die nahe Archenkanzel (sanft geneigte, meistens gespurte Wege) ist sehr zu empfehlen. Der Mooslahner ist ein echtes Touren-Schmankerl! Kein Geheimtipp - aber weit davon entfernt, überlaufen zu sein. Eine klassische, landschaftlich großartige Genusstour - mitten im einmalig-schönen Nationalpark Berchtesgaden.

Gefahren:  Die Lawinengefahr in der Mooslahnerkopf Nordflanke (Lahner = Lawine) stellt die potenzielle Hauptgefahr bei dieser Tour dar. Bei ungünstigen Schneeverhältnissen kann es in den Steilbereichen der bewaldeten Nordflanke sowie im Gipfelbereich gefährlich werden! Eine vollständige Lawinenausrüstung (Schaufel, Sonde, LVS-Gerät) sollte - neben warmer, winddichter Kleidung und Gamaschen - zur Ausrüstung gehören. Die Nordflanke weist einige kurze Steilstücke auf - eine entsprechende Gehtechnik sollte vorhanden sein. Nicht zu unterschätzen sind die Steilabbrüche am Gipfel bzw. mögliche Wechten, zu denen man jeweils Abstand halten sollte. Da über die Nordflanke sowohl aufgestiegen als auch abgefahren wird, sollte man stets nach Tourengehern Ausschau halten, um mögliche Kollisionen zu vermeiden. Zudem sollte man versuchen, als Schneeschuhgeher möglichst nicht in der Skispur zu gehen. Bei niedriger Lawinenwarnstufe und sicheren Schneeverhältnissen, ist diese Tour auch für Anfänger geeignet. Grundsätzlich gilt: Wer die beschriebenen Anforderungen sicher beherrscht, Wetter- und Routenverhältnisse angemessen berücksichtigt und vernünftig ausgerüstet ist, dürfte bei dieser Tour kaum vor Probleme gestellt werden und nicht in Gefahr geraten. Wer dann noch auf Mitmenschen sowie Flora und Fauna (!) Rücksicht nimmt, wird bei schönem Wetter mit bleibenden Erinnerungen nach Hause fahren.


17. Februar 2019

Ein-Tages-Tour in die Berchtesgadener Alpen mit Besteigung des Mooslahnerkopfes (1815 m.) in Form einer Schneeschuhtour.

Privat organisierte Tour zusammen mit Max, Claire und Luisa

[Bild: Der Mooslahnerkopf (1815 m. - ganz links) ist durch einen schroffen Felsgrat mit dem Kleinen Watzmann (2307 m.) verbunden. Rechts im Hintergrund die Watzmann Südspitze (2712 m.) mit dem oberen Teil der Ostwand]

Parkplatz Hammerstiel  -  Schapbachalm  -  Kührointhütte  -  Mooslahnerkopf  -  Archenkanzel  -  Kührointhütte  -  Schapbachalm  -  Parkplatz Hammerstiel

Der Mooslahnerkopf (1815 m.) stellt (rein objektiv betrachtet) einen vergleichsweise unbedeutenden Gratgipfel am Ende des Ostgrates des Kleinen Watzmann (2307 m.) dar. Von Kühroint aus gesehen, fällt der Mooslahner kaum ins Auge - zu sehr wird er vom wilden Felshorn der Watzmannfrau dominiert. Doch was dem „Gipfelchen“ an Selbstständigkeit fehlt, wird durch eine wahrlich atemberaubende Aussicht kompensiert. Kenner und Einheimische wissen von einem unvergleichlichen Panorama zu berichten, das 7 der 9 Gebirgsgruppen der Berchtesgadener Alpen umfasst, darunter als Highlights den Königssee, die Ostflanke des Kleinen Watzmann und die einschüchternden Tiefblicke in die Hachelwände. Im Sommer führt ein unbezeichnetes, mäßig schwieriges Steiglein auf den Mooslahner - im Winter zeugen regelmäßige Ski- und Schneeschuhspuren verlässlich von entsprechenden Besteigungen. Im Rahmen einer Tagestour ab Hammerstiel oder Wimbachbrücke gut machbar, stellt der Mooslahnerkopf eine der lohnendsten Schneeschuhtouren rund um den Königssee dar.

[Bild: Tiefblick vom Mooslahnerkopf (1815 m.) zum Königssee (603 m.) mit der Halbinsel St. Bartholomä. Im Hintergrund (von links nach rechts): Hagengebirge, Teufelshörner, Hochkönig (2941 m.) - Funtenseetauern (2578 m.) - Schönfeldspitze (2653 m.) und Steinernes Meer]

Endlich wieder dahoam...Fast 5 Jahre ist es her, dass ich zuletzt in den Berchtesgadener Alpen unterwegs war. Eine viel zu lange Zeit! Bis im Sommer und Herbst die großen, klassischen (weglosen) Bergtouren gehen, werden die Berge rund um den Königssee auf Skiern und Schneeschuhen unsicher gemacht. Als erste gscheite Tour des Jahres haben wir uns dabei den Mooslahnerkopf ausgesucht. Bei traumhaftem, wolkenlosem Wetter und Lawinenwarnstufe 1 stellt er eine der spannendsten Schneeschuhtouren („SST“) im Umkreis dar. In Kombination mit dem geplanten Besuch der Archenkanzel, steht einem richtig lässigen Bergtag nichts im Weg.

[Bild: Morgendlicher Blick vom Parkplatz Hammerstiel zur Reiter Alm: Großes Mühlsturzhorn (2234 m.) und Kleines Mühlsturzhorn (2141 m.) - Grundübelhörner und (dahinter) Stadelhorn (2286 m.) - Knittelhorn (2015 m.) - Wagendrischelhorn (2251 m.) und Großes Häuselhorn (2284 m.)  -  von links nach rechts]

[Bild: Nachdem wir (vom Parkplatz Hammerstiel kommend) den von der Wimbachbrücke heraufziehenden (geräumten) Fahrweg erreicht haben, geht es in zunehmend freiem Gelände an der Schapbachalm vorbei]

[Bild: Der technisch vollkommen unschwierige Weg zur Kührointhütte lädt zu regelmäßigen Fotopausen ein. Rechts der Kleine Watzmann (2307 m.) - ein kühnes Felshorn!]

[Bild: Kleiner Watzmann (2307 m. - auch Watzmannfrau genannt) und Watzmann (2713 m.) dominieren die Szenerie! In der Ferne die Watzmann Südspitze (2712 m.) mit dem oberen Teil der Ostwand und dem tiefverschneiten Watzmannkar davor]

[Bild: Ankunft an der Kührointhütte (1420 m.) - Kleiner Watzmann (2307 m.) und Watzmann (2713 m.) künden von großen Tagen...]

[Bild: Von der weitläufigen Freifläche der Kührointhütten und -almen geht es relativ direkt auf den Mooslahnerkopf (links) zu - Jetzt beginnt der eigentliche Gipfelanstieg!]

[Bild: Südlich oberhalb von Kühroint fällt der Blick über das atemberaubend schöne Königsseetal: Fagstein (2164 m.) - Kahlersberg (2350 m.) - Feuerpalfen (1741 m.) - Großes Teufelshorn (2361 m.) - Kleines Teufelshorn (2283 m.) - Hochkönig (2941 m.) und Funtenseetauern (2578 m.)  -  von links nach rechts]

[Bild: Blick in die schattige Mooslahnerkopf Nordflanke. Nach einem kurzen Zwischenabstieg geht es im Zickzack etwa 400Hm relativ steil bergauf zum Gipfel]

[Bild: Ausblick von der Mooslahnerkopf Nordflanke über den Berchtesgadener Talkessel zum Untersberg. Links das Lattengebirge mit der Schlafenden Hexe und ganz rechts der Kehlstein]

[Bild: Blick vom Mooslahnerkopf (1815 m.) zum Kleinen Watzmann (2307 m.) - Über den Grat in der Bildmitte verläuft eine lohnende Gratroute (II) mit der sich die beiden Gipfel kombinieren lassen. Ganz links im Hintergrund der Große Hundstod (2594 m.) und rechts die Nordflanke des Watzmann Hocheck]

[Bild: Wilde Impressionen! Vom Mooslahnerkopf eröffnen sich schwindelerregende Tiefblicke in die Grate und Wände des Kleinen Watzmann (2307 m. - rechts) sowie in die eisigen Hachelwände (links) - Im Hintergrund der Große Hundstod (2594 m.) und ein Teil des Steinernen Meeres]

[Bild: Auf dem Mooslahnerkopf (1815 m.) im wunderbaren Nationalpark Berchtesgaden. Im Hintergrund (von links nach rechts): Hochkönig (2941 m.) - Funtenseetauern (2578 m.) - Schönfeldspitze (2653 m.) - Breithorn (2504 m.) und Steinernes Meer]

[Bild: Gipfelglück auf dem Mooslahnerkopf (1815 m.) - Ein Tag für die Götter!]

[Bild: Hoher Göll (2522 m.) - Hohes Brett (2340 m.) und Jenner (1874 m. - im Vordergrund) vom Mooslahnerkopf]

[Bild: Blick vom Mooslahnerkopf zum (von links nach rechts) Schneibstein (2276 m.) - Windschartenkopf (2211 m.) und Fagstein (2164 m.) - Im Vordergrund die Kaser der Priesbergalm]

[Bild: Der Mooslahnerkopf ist einer der besten Aussichtspunkte rund um den Königssee! Abgesehen von Hochkalter und Reiter Alm, sind alle Berggruppen der Berchtesgadener Alpen zu bestaunen...]

[Bild: Hoch über dem Königssee ragen die Gotzenberge und die hohen Gipfel des Hagengebirges in die Höhe: Kahlersberg (2350 m.) - Fagstein (2164 m.) - Windschartenkopf (2211 m.) und Schneibstein (2276 m.) sowie ganz links der Hohe Göll (2522 m.) mit dem Jenner (1874 m.) davor  -  von rechts nach links]

[Bild: Tiefblick vom Mooslahnerkopf zum Königssee mit der Halbinsel St. Bartholomä und dem schattigen Salet (rechts). Im Hintergrund Windschartenkopf (2211 m.) - Fagstein (2164 m.) - Kahlersberg (2350 m.) - Großes Teufelshorn (2361 m.) - Kleines Teufelshorn (2283 m.) und Hochkönig (2941 m.)  -  von links nach rechts]

[Bild: Die Aussicht vom Mooslahnerkopf über den Berchtesgadener Talkessel ist weit und grandios...Links hinten der Untersberg und rechts der wuchtige Hohe Göll (2522 m.) mit dem Mannlgrat und Kehlstein (1881 m.) sowie dem Jenner (1874 m.) schräg rechts davor]

[Bild: Die Archenkanzel ist (neben Jenner, Feuerpalfen, Halsköpfl und Malerwinkel/Rabenwand) einer der bekanntesten, meistbesuchten (und schönsten!) Aussichtspunkte, um den Königssee zu bewundern. Während die Halbinsel St. Bartholomä bereits frei von Eis ist, wird das schattige Salet noch entsprechend abgeschirmt...Links der Kahlersberg (2350 m.) und rechts Funtenseetauern (2578 m.) sowie Schönfeldspitze (2653 m.) - Was für ein toller Ort!]

[Bild: Entspanntes Auslaufen nach einer grandiosen Tour: Auf dem Weg von der Archenkanzel zurück nach Hammerstiel]

Endlich wieder unterwegs sein in den Berchtesgadener Alpen...ein Traum! Und dann gleich ein solcher Volltreffer! Auch wenn viele den Mooslahnerkopf zum bloßen Start- bzw. Zielpunkt einer Überschreitung des Kleinen Watzmann degradieren, so stellt er in meinen Augen eine mehr als vollwertige Tour dar - vor allem im Winter. Deutlich ruhiger als seine berühmten Kollegen (Archenkanzel, Feuerpalfen, Malerwinkel/Rabenwand, Halsköpfl und Jenner), ist er eine wirklich (!) lohnende Schneeschuhtour - sofern die Verhältnisse stimmen. Ist das der Fall (und spielt zudem das Wetter mit), wird man nach knapp 400 steilen, schweißtreibenden Höhenmetern eine Aussichtsloge par excellence erreichen, die einen so schnell nicht mehr loslässt. Manchmal sind es speziell die nicht ganz so hohen und (vermeintlich) spektakulären Gipfel, die einen sprachlos zurücklassen...Die Durststrecke ist vorbei! Ganghofer lässt grüßen...

[Bild: Auf dem Mooslahnerkopf (1815 m.) im Herzen der Berchtesgadener Alpen - Was für ein grandioser Aussichtspunkt!]

 

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