2016 – Höfats Südostgipfel (2259 m.)  +  Schneck (2268 m.)  +  Laufbacher Eck (2178 m.)

stefanmitterer.de

 


Schwierigkeit:   PD  oder  WS   (T6-  oder  W6-)

Charakter:  Beim Aufstieg vom Älpelesattel zum Höfats Südostgipfel über den Südgrat (Normalweg) ernsthafte, äußerst luftige Felskletterei (II, 3-4m Länge und guter Fels) am Gipfelaufbau und anhaltend anspruchsvolles, steiles bzw. ausgesetztes Schrofen- und Steilgrasgelände (teilweise I) – jedoch stets deutliche Pfadspuren. Beim Aufstieg vom Himmelecksattel zum Schneck zunächst grasiger, unschwieriger Pfad bis zum Südgipfel. Der Übergang zum höheren Nordgipfel erfolgt dann über einen schmalen Verbindungsgrat, welcher im mittleren Teil von einem schroffen Felsaufschwung (I+) und einem messerscharfen, stark exponierten Reitgrat geprägt ist. Ansonsten durchgehend markierte, technisch unschwierige Bergsteige in großartiger, bilderbuchmäßiger Allgäuer Steilgraslandschaft! Von der Bergstation Höfatsblick (Nebelhornbahn) beim Edmund-Probst-Haus (1930 m.) auf zunächst breitem Wanderweg nach Süden in den Zeigersattel (1922 m.) und von hier – auf nun etwas schmalerem Steig („Laufbachereckweg“) – in aussichtsreicher Panoramawanderung (toller Tiefblick ins Oytal!) quer über die steilen Schrofen und Grasflanken westlich der Seeköpfe in den weiten Sattel (Punkt 2017 m.) nördlich des Schochen. Anschließend in einem Bogen um den Berg herum und im Auf und Ab quer durch die grasbewachsenen Südflanken von Schochen und Lachenkopf in östliche Richtung, wobei im Bereich des Schochenkopfes eine drahtseilversicherte (A/K1) Felspassage zu bewältigen ist. In einigen Kehren über einen Grashang in den Sattel Punkt 2145 m. und in wenigen Minuten bergauf zum nahen Gipfel des Laufbacher Ecks (2178 m. – toller Blick über den wilden Verbindungsgrat zum Giebel!) – Wieder im Sattel, dem Weg über grasige Geröll- und Schrofenhänge nach links (Osten) abwärts folgen und in einem Bogen um den imposanten Schneck herum, zuletzt quer über die grasigen Ausläufer des Himmelecks in den gleichnamigen Himmelecksattel (2007 m.) – Auf erdigem Pfad über gutmütige Grashänge auf das Himmeleck (2152 m.) und auf dem nun etwas schmaleren bzw. steileren Grat empor zum Schneck Südgipfel (2259 m.) – Für den Hauptgipfel geht es von der Lücke zwischen den beiden Gipfeln über den zunächst grasigen Verbindungsgrat zu einem Felsaufschwung in der Mitte des Grates. Steil (I+) aufwärts, oberhalb ziemlich exponiert und ausgesetzt (!) in Form eines „Reitgrates“ über die scharfe Felsschneide hinweg und noch ein kurzes, unschwieriges Stück bergauf zum Schneck Nordgipfel (2268 m.) – Der Abstieg zum Himmelecksattel (toller Biwakplatz!) erfolgt auf der Aufstiegsroute. Für den Zustieg zur Höfats geht es vom Himmelecksattel auf gutem Bergsteig zunächst schräg über grasige Hänge abwärts zum Mitteleck (1835 m.) und durch die begrünten Geröllhalden des Wildenfeldes weiter zur Wildenfeldhütte (1692 m.) mit Trinkwasser-Brunnen (grandioser Ausblick zur Höfats!) – Dem Bergsteig über Grashänge gut 100Hm aufwärts in Richtung Hornbachjoch folgen, bei einer Wegeteilung jedoch nach rechts und über eine Geröllhalde sowie Grasflanken in südwestliche Richtung in das Gebiet der Eisseen (1827 m.) – Man folgt dem breiten Bergweg über eine weite Grasflanke bergauf zu dem vom Rauheck (2384 m.) nach Nordwesten herabziehenden, grasbewachsenen Bergkamm. Von einer markanten Schulter („Seichereck“ 2044 m.) auf schmalem Pfad über den Kamm nach Nordwesten und 250Hm abwärts in den Älpelesattel (1780 m.) – welcher den Übergang vom Oytal ins Dietersbachtal (und umgekehrt) ermöglicht. Für die Höfats folgt man vom Älpelesattel einem deutlichen Pfad über den grasbewachsenen Grat (teilweise links bzw. westlich unterhalb) bergauf bis zu einem ersten Gratkopf mit Kreuz (Punkt 2005 m.) am Beginn des eigentlichen Höfats Südgrates. Vom Gratkopf leitet der Pfad zunächst ein kurzes Stück über den grasigen Grat bergab und anschließend (teilweise stark ausgesetzt!) nach links in die Steilgrasflanke. In einer Art Graben geht es nach kurzer Zeit auf erdigem Pfad schräg aufwärts zum Grat und über diesen steil aufwärts. Über anhaltend steiles Gras- und Schrofengelände bergauf, bis das Gelände am obersten Gipfelaufbau felsig wird. Unmittelbar unterhalb des Kreuzes über eine messerscharfe Felsschneide (II, äußerst ausgesetzte Schlüsselstelle, 3-4m Länge) empor zum Südostgipfel der Höfats (2259 m.) mit atemberaubender Rundumsicht nach allen Seiten, wobei v.a. die Nahblicke über den Verbindungsgrat zum Nordwestgipfel sowie die Tiefblicke ins Dietersbach- bzw. Oytal begeistern! Der Abstieg zum Älpelesattel erfolgt auf der Aufstiegsroute. Vom Sattel auf gutem Bergsteig über sanft geneigte Grashänge in einem Bogen in den weiten Kessel des Hochkares zwischen Höfats und dem Massiv der Wilden im innersten Oytales und (den Schartenbach überquerend) zur nahen Käseralpe (1401 m.) – Von der Alpe auf breitem Wanderweg zunächst nahezu eben in nördliche Richtung und über eine Stufe hinab zum eindrucksvollen Stuibenfall im Oytal. Im Folgenden auf stets breiten, unschwierigen Wanderwegen durch das gesamte Oytal, am Gutenalper Höfle und dem Berggasthof Oytalhaus vorbei, zum Oybach und zuletzt an der Trettach entlang zurück nach Oberstdorf. Anspruchsvolle, landschaftlich großartige Rundtour, bei sich die beiden bekanntesten Allgäuer Steilgrasgipfel ideal miteinander verbinden lassen. Dabei stellen Laufbachereckweg und Schneck die ideale Möglichkeit dar, sich dem „Phänomen Steilgras“ vorsichtig und mit steigender Schwierigkeit zu nähern, um letztlich bereit zu sein, für die absolute Königstour rund um Oberstdorf – die Höfats. Die Besteigung dieses legendären und symbolträchtigen Gipfels ist (noch vor dem Heilbronner Weg) die mit Abstand begehrteste sowie prestigeträchtigste Bergtour der gesamten Allgäuer Alpen!

Gefahren:  Vollkommene Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind das A und O bei dieser Tour! Speziell an der Höfats braucht man in den anhaltend steilen sowie teilweise ziemlichen luftigen ca. 250 Höhenmetern des Gipfelaufbaus einen klaren Kopf. Die Schlüsselstelle knapp unterhalb des Gipfels weist zwar nur eine moderate technische Schwierigkeit auf und ist zudem relativ kurz, die Ausgesetztheit ist aber enorm! Alpine Erfahrung, Klettergewandtheit und Kenntnisse im Umgang mit Steilgras sind ebenfalls von großer Bedeutung – der Schneck stellt dabei die ideale Möglichkeit dar, sich entsprechend „vorzutasten“. Bei stabilem Wetter und guten Bedingungen – das bedeutet vor allem keine Nässe oder gar Schneelage! – sind die objektiven Gefahren nichtsdestotrotz als relativ gering einzustufen. In jedem Fall sollte man es dringend vermeiden, an der Höfats von einem Gewitter „überrascht“ zu werden – denn der Gipfelaufbau ist exponiert und bei schlechtem Wetter ein Ort zum Fürchten! Die Tatsache, dass die gesamte Tour – auch die Aufstiege zum Höfats Südostgipfel bzw. Schneck Nordgipfel – auf vorgegebenen Routen erfolgt bzw. zu keiner Zeit wirklich weglos ist, mindert etwas die Anforderungen im Hinblick auf Orientierung. Von potenziellen Abkürzungen und „Ausflügen“ sollte in jedem Fall aber Abstand genommen werden, da sie unweigerlich in deutlich (!) anspruchsvolleres Steilgelände führen. Wer die beschriebenen Routen an Höfats und Schneck verlässt und Varianten (z.B. Himmelhorn beim Schneck oder Höfats-Wanne) angeht, sollte sich entsprechend auskennen! Erwähnenswert ist auch, dass das Gebiet der Wilden (also v.a. der Abschnitt zwischen Wildenfeld und der Abzweigung zum Hornbachjoch) potenziell durch Steinschlag bzw. Felsausbrüche bedroht ist, auch wenn die Gefährdung als sehr gering zu erachten ist. Letztlich gilt jedoch erfreulicherweise: Wer die beschriebenen technischen Anforderungen sicher beherrscht, Routen und Wetterverhältnisse angemessen berücksichtig (!) sowie über (alpine) Erfahrung im Umgang mit Schrofen und Steilgrasgelände verfügt, wird an dieser anspruchsvollen, klassischen Bergtour seine Freude haben. Die Höfats ist ein Berg für Könner – das sollte jedem bewusst sein!


13. September  -  14. September 2016

Zwei-Tages-Tour in die Allgäuer Alpen mit Besteigung des Höfats Südostgipfels (2259 m.) - des Schnecks (2268 m.) und des Laufbacher Ecks (2178 m.) – Am ersten Tag von der Bergstation Höfatsblick (Edmund-Probst-Haus) auf dem Laufbachereckweg zum Laufbacher Eck und weiter zum Himmelecksattel. Im Folgenden Besteigung des Schnecks und Biwak im Himmelecksattel. Am zweiten Tag Zustieg über die Wildenfeldhütte und die Eisseen zum Älpelesattel mit anschließender Besteigung des Höfats Südostgipfels über den Südgrat (Normalweg). Danach Abstieg über die Käseralpe und das Oytal nach Oberstdorf.

Privat organisierte Tour  -  alleine begangen

[Bild: Höfats Südostgipfel 2259 m. mit Südgrat vom Gratkopf (Punkt 2005 m.) oberhalb des Älpelesattels]

1. Tag        Bergstation Höfatsblick (Edmund-Probst-Haus)  -  Zeigersattel  -  Punkt 2017 m.  -  Laufbachereckweg  -  Punkt 2145 m. (Sattel)  -  Laufbacher Eck  -  Punkt 2145 m. (Sattel)  -  Himmelecksattel  -  Himmeleck  -  Schneck Südgipfel  -  Schneck Nordgipfel  -  Schneck Südgipfel  -  Himmeleck  -  Himmelecksattel

Der Schneck (2268 m.) ist einer der bekanntesten Steilgrasgipfel der Allgäuer Alpen. Der durch den Himmelecksattel vom Großen Wilden abgetrennte Berg bildet den östlichen Abschluss des innersten Oytales und wurde im Jahr 1850 durch O. Sendtner erstmals bestiegen. Der nach der Höfats wohl bekannteste Steilgrasberg des Allgäus weist zahlreiche Besonderheiten auf: Angeblich hat die seltsame Form des Gipfels – ein „runder Gipfelkopf, ein scheinbar waagerechter Grat und eine senkrechte O-Wand“ (AV-Führer Allgäuer Alpen und Ammergauer Alpen 2013) – zur Namensgebung „Schneck“ geführt, wobei der Berg 1478 noch als „Hymelhorn“ bezeichnet wurde. Heutzutage trägt den Namen „Himmelhorn“ eine wenig selbstständige Schulter im Südwestgrates des Berges. Die aus dem Oytal gen Himmel ragende, gut 1000m hohe Steilflanke – geprägt durch den legendären Südwestgrat („Rädlergrat“, VI- und A2) – kulminiert letztlich im Gipfel des eigentlichen Himmelhorns (2111 m.) – Das vorhandene Gestein (Aptychenkalke) sorgt zum einen für die reiche Flora, zum anderen für die äußerst steilen Grasflanken bzw. Felswände des Berges. Zahlreiche schwierige Kletterrouten führen durch West-, Nord- und Ostwand – nur nach Süden hin zeigt der Schneck sanftere Formen. Dies ist auch die Seite, von der der vergleichsweise einfache Normalweg über das Himmeleck (2152 m.) zum Südgipfel (2259 m.) und weiter zum höheren Nordgipfel (2268 m.) führt. Der Aufstieg zum Südgipfel erfolgt dabei auf einem erdigen Pfad über mäßig steile Grashänge und ist vergleichsweise unschwierig. Der Übergang zum Nordgipfel (I+) ist aufgrund des exponierten Reitgrates berüchtigt und deutlich schwieriger, daher verzichten viele auf den Hauptgipfel. Angeblich wurde das Gipfelkreuz im 19. Jahrhundert durch den Jäger Thaddäus Blatter aufrecht über den Verbindungsgrat getragen – heutzutage kaum vorstellbar, waren die Menschen, die zur damaligen Zeit das Gebirge aufsuchten, aber auch noch von einem ganz anderen Schlag. Heutzutage buhlt der Schneck (2268 m.) – die „auffallende und elegante Ausnahmeerscheinung“ (AV-Führer Allgäuer Alpen und Ammergauer Alpen 2013) zwischen Oytal und Bärgündeletal – mit der Höfats um die Gunst der Steilgrasaspiranten. Und auch wenn der Berg oft bestiegen wird, so bleibt der Ausblick vom exponierten Nordgipfel doch etwas ganz Besonderes.

[Bild: Schneck 2268 m. von Westen, vom Höfats Südgrat. An der Licht-Schatten-Grenze der Rädlergrat und rechts der Himmelecksattel 2007 m.]

Nachdem ich mittlerweile doch einige Bergtouren im Allgäu unternommen habe, wird mir schließlich bewusst, dass ich in dem Bereich, für den die Allgäuer Alpen eigentlich idealtypisch stehen, keinerlei Erfahrung habe – die Rede ist von Steilgras. Natürlich kommt mir dabei zuallererst die Höfats in den Sinn…aber ohne auch nur eine einzige Steilgrastour gemacht zu haben, halte ich es für vermessen, mir diesen geradezu legendären Symbolberg der Oberstdorfer ausgerechnet als erstes Ziel zu setzen. Stattdessen nehme ich mir den Schneck (2268 m.) vor – in Kombination mit einem Biwak im Himmelecksattel soll er meine erste richtige Tour im Bereich Steilgras werden. Als Zustieg wähle ich den vielbegangenen, aber landschaftlich wunderschönen Laufbachereckweg von der Bergstation Höfatsblick der Nebelhornbahn – auch um mich bereits ein wenig auf die Allgäuer Steilgrasflanken einzustimmen. Was ich am Tag nach dem Biwak machen will, steht indes noch nicht fest, als ich früh am Morgen mit der ersten Bahn gen Nebelhorn in die Höhe schwebe. Neben dem Großen Wilden halte ich Rauheck und Kreuzeck (mit Abstieg über den Bettlerrücken) für interessante, lohnenswerte Tourenoptionen – Schau ma moi, na seng ma's scho!

[Bild: Morgens in Oberstdorf]

[Bild: Blick aus dem Gebiet des Zeigersattels zurück zur Bergstation Höfatsblick mit dem Nebelhorn 2224 m. dahinter]

[Bild: Tiefblick zum Seealpsee 1622 m. - Links die Höfats]

[Bild: Am Beginn des Laufbachereckwegs - Auf gutem Bergsteig werden die steilen Gras- und Schrofenflanken westlich der Seeköpfe gequert]

[Bild: Auf dem Weg zum Sattel (Punkt 2017 m.) nördlich des Schochen. Die Höfats (rechts) ist allgegenwärtig]

[Bild: Tiefblick vom Punkt 2017 m. ins Obertal. Links der Bildmitte der Große Daumen 2280 m.]

[Bild: Blick aus dem Gebiet nordwestlich des Schochen zur Höfats]

[Bild: Oberhalb steiler, ins Oytal abbrechender Gras- und Schrofenflanken geht es unterhalb des Schochen entlang in östliche Richtung. Rechts der Schneck 2268 m.]

[Bild: Auf dem Laufbachereckweg zwischen Schochen und Lachenkopf. Rechts das Laufbacher Eck 2178 m. - typische Allgäuer Steilgraslandschaft!]

[Bild: Drahtseilversicherte Felspassage (A/K1) im Bereich des Lachenkopfes]

[Bild: Von allen Seiten zieht die Höfats 2259 m. die Blicke auf sich]

[Bild: Blick beim Aufstieg zum Sattel (Punkt 2145 m.) südlich des Laufbacher Ecks zurück zum Laufbachereckweg]

[Bild: Aufstieg zum Gipfel des Laufbacher Ecks]

[Bild: Blick vom Laufbacher Eck über den schroffen Verbindungsgrat (III, Steilgras!) zum Giebel 1949 m. - Links das Obertal und darüber der Große Daumen 2280 m.]

[Bild: Blick vom Laufbacher Eck über den Schluss des Obertales zum Nebelhorn 2224 m. und zum langen Verbindungsgrat (Hindelanger Klettersteig) zum Großen Daumen 2280 m.]

[Bild: Höfats 2259 m. vom Laufbacher Eck]

[Bild: Blick vom Laufbacher Eck 2178 m. zum Schneck 2268 m. (davor der Rotkopf 2194 m.) - Der weitere Weg führt links (östlich) um den Berg herum]

[Bild: Auf dem Gipfel des Laufbacher Ecks 2178 m. - Rechts der Hochvogel 2592 m.]

[Bild: Vom Sattel (Punkt 2145 m.) zwischen Laufbacher Eck und Rotkopf geht es auf gutem Steig über Grashänge in südöstliche Richtung bergab. Im Hintergrund Schneck 2268 m. (rechts) und Großer Wilder 2379 m.]

[Bild: Über begrünte Geröll- und Schrofenhänge geht es immer weiter abwärts und um einen vom Schneck nach Osten herabziehenden Bergkamm herum. Im Hintergrund der Hochvogel 2592 m.]

[Bild: Anschließend leitet der Weg über wellige Schrofen- und Grashänge nach Süden bergauf in Richtung Himmelecksattel. Links der Große Wilde 2379 m. mit der Gamswanne]

[Bild: Schneck 2268 m. von Osten]

[Bild: Kurz vor dem Himmelecksattel. Links der Große Wilde 2379 m. mit der Gamswanne]

[Bild: Vom Himmelecksattel leitet ein Pfad über sanft geneigte Grashänge aufwärts zum Himmeleck 2152 m.]

[Bild: Blick vom Himmeleck über die weitere Aufstiegsroute zum Schneck Südgipfel 2259 m. - Rechts der Nordgipfel 2268 m.]

[Bild: Links unterhalb des Grates leitet ein erdiger Pfad über die grasige Flanke mäßig steil bergauf zum Schneck Südgipfel]

[Bild: Vom Schneck Südgipfel geht es über den schmalen Verbindungsgrat auf den Felsaufschwung vor dem Nordgipfel zu. Links in der Ferne der Große Daumen 2280 m.]

[Bild: Felsiger Steilaufschwung (I+) in der Mitte des Verbindungsgrates zwischen Süd- und Nordgipfel]

[Bild: Oberhalb geht es direkt über die stark ausgesetzte Felsschneide (Reitgrat) hinweg und anschließend rasch empor zum Schneck Nordgipfel 2268 m. - Rechts in der Tiefe das Bärgündeletal]

[Bild: Auf dem Schneck Nordgipfel 2268 m. - Links im Hintergrund der Große Daumen 2280 m.]

[Bild: Blick vom Schneck über das Bärgündeletal zum Hochvogel 2592 m.]

[Bild: Schneck Südgipfel 2259 m. vom Nordgipfel. Links der Große Wilde 2379 m. und davor der Himmelecksattel 2007 m.]

[Bild: Tiefblick vom Schneck Nordgipfel ins Oytal. Links das Himmelhorn 2111 m. und darüber die Höfats 2259 m.]

[Bild: Blick vom Schneck Nordgipfel über den langen Kamm vom Laufbacher Eck (rechts) zum Nebelhorn]

[Bild: Hochvogel 2592 m. vom Schneck aus gesehen]

[Bild: Wieder auf dem exponierten Verbindungsgrat (Reitgrat) zwischen Nord- und Südgipfel]

[Bild: Schneck Nordgipfel 2268 m. vom Südgipfel - Was für eine unglaubliche Steilheit die Grasflanken doch aufweisen!]

[Bild: Auf dem Weg vom Schneck Südgipfel zurück zum Himmelecksattel. Links der Große Wilde 2379 m. mit der Gamswanne]

[Bild: Mein Biwakplatz im Himmelecksattel - Der Große Wilde 2379 m. dominiert die Szenerie]

[Bild: Hochvogel 2592 m. im Abendlicht]

[Bild: Abendstimmung im Himmelecksattel - Der Große Wilde 2379 m. leuchtet im letzten Licht des Tages]

[Bild: Zwischen Höfats 2259 m. (links) und Himmelhorn 2111 m. geht in der Ferne im Nordwesten schließlich die Sonne unter]

[Bild: Abends im Himmelecksattel - Es wird Nacht in den Allgäuer Alpen]

2. Tag        Himmelecksattel  -  Mitteleck  -  Wildenfeld  -  Wildenfeldhütte  -  Eisseen  -  Seichereck  -  Älpelesattel  -  Punkt 2005 m. (Höfats Südgrat)  -  Höfats Südgrat  -  Höfats Südostgipfel  -  Höfats Südgrat  -  Punkt 2005 m. (Höfats Südgrat)  -  Älpelesattel  -  Käseralpe  -  Stuibenfall  -  Oytal  -  Prinzenkreuz  -  Gutenalper Höfle  -  Berggasthof Oytalhaus  -  Oybach  -  Trettach  -  Oberstdorf

Was der Watzmann für die Berchtesgadener ist, ist die Höfats (2259 m.) für die Oberstdorfer. Dieser „wohl berühmteste Steilgrasberg überhaupt“ (AV-Führer Allgäuer Alpen und Ammergauer Alpen 2013) gibt einer ganzen Region Identität, ist Mythos und Legende – und doch letztlich nur ein großer Haufen steil aufgeschichteter Felsen, bestehend aus Lias-Fleckenmergel, Hornsteinkalk und Aptychenkalk. Letzterer sorgt für die außergewöhnliche Blumenvielfalt bzw. den Reichtum an Edelweiß sowie das üppige Grün in steilstem Gelände, wofür die Höfats einst alpenweit bekannt wurde. Durch den Älpelesattel (1780 m.) vom Rauheck deutlich abgetrennt, ragt die Höfats zwischen Oytal und Dietersbachtal im Herzen der Allgäuer Alpen südöstlich von Oberstdorf in den Himmel. Steilste, mitunter senkrechte Grasflanken und Felswände streben aus dem Sockel des Berges in die Höhe und kulminieren in einer markanten, etwa 200m langen Gipfelschneide, die vier Zacken trägt: den Nordwestgipfel (2257,7 m. – auch Westgipfel genannt) - den Zweiten Gipfel (2258,8 m.) - den Dritten Gipfel (2257 m. – auch Mittelgipfel genannt) und den Südostgipfel (2259 m. – auch Ostgipfel genannt) – Unzählige, zum Teil extrem anspruchsvolle Routen führen von allen Seiten auf die Gipfelschneide. Am häufigsten begangen werden dabei der Anstieg vom Älpelesattel über den Südgrat auf den Südostgipfel (II) bzw. die Route durch die Wanne auf den Nordwestgipfel (II) sowie die Überschreitung der gesamten Gipfelschneide (III-II) vom Nordwest- zum Südostgipfel. Die Umrundung des Berges (Gerstruben - Älpelesattel - Berggasthof Oytalhaus - Gerstruben) bietet dem normalen Wanderer die Gelegenheit, die majestätische Höfats nicht nur aus der Ferne (z.B. vom Laufbachereckweg) – sondern auch von nah zu bewundern. Über wenige Berge der deutschen Alpen ist indes mehr geschrieben worden, als über die Höfats – wer sich ausführlich über die Namensgebung, die alpinistische Erschließungsgeschichte, die unterschiedlichen Anstiege oder die Geologie bzw. Botanik informieren möchte, dem sei entsprechende Spezialliteratur ans Herz gelegt (es gibt sogar Dokumentationen / Reportagen), auch wenn AV-Führer und AV-Karte sowie Wikipedia bereits einen guten Überblick über den Berg liefern. Die Höfats hat aufgrund der Tatsache, dass kein einziger leichter Anstieg auf die Gipfelschneide führt und selbst die Normalwege von Nordwest- bzw. Südostgipfel vollkommene Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, Kletterei (II) sowie (alpine) Erfahrung im steilsten Gras- und Schrofengelände verlangen, nichts von ihrem Nimbus verloren – eine Besteigung will ehrlich verdient werden! Die atemberaubend steilen Nah- und Tiefblicke flößen auch heute noch jedem Respekt ein, der an diesem legendären Symbolberg unterwegs ist, ob man nun erfahrener Einheimischer oder Steilgras-Novize ist. Die Höfats (2259 m.) ist ein Berg für Könner – und das wird auch immer so bleiben.

[Bild: Die Höfats im ersten Licht des Tages von Osten: Südostgipfel 2259 m. - Dritter Gipfel 2257 m. - Zweiter Gipfel 2258,8 m. und Nordwestgipfel 2257,7 m. (von links nach rechts) - Von der Höfatsscharte 2207 m. in der Mitte der gut 200m langen Gipfelschneide (zwischen Drittem und Zweitem Gipfel) fällt das steile Rote Loch ins innerste Oytal zur Käseralpe ab]

Manchmal wird einem im Leben die Entscheidung einfach abgenommen…so auch diesmal. Als ich am Morgen die Augen öffne und die steil auf der gegenüberliegenden Seite des innersten Oytales aufragende Höfats erblicke, wird mir klar, dass es für mich hier und heute – bei perfektem Wetter und idealen (weil trockenen) Bedingungen – keine andere Möglichkeit geben kann, als die Besteigung der Höfats vom Älpelesattel aus zu versuchen. Die Gelegenheit ist günstig – und der Berg ruft…

[Bild: Höfats am Morgen vom Himmelecksattel: Südostgipfel 2259 m. - Dritter Gipfel 2257 m. - Zweiter Gipfel 2258,8 m. und Nordwestgipfel 2257,7 m. (von links nach rechts) - Ganz links der Älpelesattel 1780 m.]

[Bild: Mädelegabel 2645 m. und Trettachspitze 2595 m. im ersten Morgenlicht]

[Bild: Vom Himmelecksattel geht es auf gutem Steig über das Mitteleck in Richtung Wildenfeld bergab]

[Bild: Höfats im Morgenlicht. Links die Route vom Älpelesattel über den Südgrat zum Südostgipfel 2259 m.]

[Bild: Abstieg über die begrünten Geröllhalden des Wildenfeldes zur gleichnamigen Wildenfeldhütte 1692 m. - Rechts in der Tiefe das innerste Oytal]

[Bild: Von der Wildenfeldhütte geht es auf gutem Bergsteig quer über steile Grashänge zunächst ein Stück auf das Hornbachjoch zu, westlich der Höllhörner jedoch nach rechts (Süden) - Links die beiden Höllhörner]

[Bild: You shall not pass! Eine Gämse versperrt den Weg]

[Bild: Schneck Südgipfel 2259 m. von Süden, aus dem Gebiet der Eisseen. Links das Himmelhorn 2111 m. mit dem Bockkar]

[Bild: Im Gebiet der Eisseen. Über grüne Matten geht es nach Südwesten bergauf zum vom Rauheck in Richtung Älpelesattel herabziehenden Bergkamm]

[Bild: Höfats Südostgipfel 2259 m. von den Eisseen. Links der Älpelesattel 1780 m. und rechts die Kleine Höfats 2073 m.]

[Bild: Ein Murmeltier genießt die herbstliche Sonne. Bald wird es sich für den Winterschlaf in seinen Bau zurückziehen]

[Bild: Auf dem grasigen Bergkamm, der vom Rauheck nach Nordwesten zum Älpelesattel hin abfällt. Im Hintergrund die Höfats 2259 m. und links das Dietersbachtal]

[Bild: Höfats Südostgipfel 2259 m. und Kleine Höfats 2073 m. (rechts) von Süden. Unten der Älpelesattel 1780 m.]

[Bild: Knapp oberhalb des Älpelesattels - die Höfats 2259 m. zieht die Blicke auf sich. Rechts die Kleine Höfats 2073 m.]

[Bild: Höfats Südostgipfel 2259 m. vom Älpelesattel. Links ist der Aufstieg zum Gratkopf (Punkt 2005 m.) vor dem Gipfelaufbau zu erkennen]

[Bild: Vom Älpelesattel leitet ein deutlicher Pfad links (westlich) unterhalb des Grates über grasige Hänge aufwärts zum Punkt 2005 m. vor dem steilen Gipfelaufbau der Höfats]

[Bild: Blick vom Gratkopf (Punkt 2005 m.) über den eigentlichen Südgrat der Höfats zum Südostgipfel 2259 m. - Deutlich ist der Weg in Richtung Gipfelaufbau zu erkennen]

[Bild: Blick zurück über das erste Wegstück zum Punkt 2005 m. (rechts) - Das grasige Gelände ist steil und abschüssig!]

[Bild: Ausrutschen verboten! - In der äußerst steilen und luftigen Grasflanke links (westlich) unterhalb des Höfats Südgrates]

[Bild: Ein erdiger Pfad leitet schließlich nach rechts bergauf zum Grat. Auf diesem geht es im Folgenden über grasige Steilschrofen weiter aufwärts]

[Bild: Aufstieg über den sehr steilen, von Gras und Schrofen geprägten Südgrat der Höfats]

[Bild: Oberster Gipfelaufbau des Höfats Südostgipfels. In leichter Kletterei (I) geht es hinauf zur Schlüsselstelle knapp unterhalb des höchsten Punktes]

[Bild: Die legendäre Schlüsselstelle beim Aufstieg über den Südgrat der Höfats: Knapp rechts der Kante geht es in festem Fels (II, 3-4m Länge) äußerst ausgesetzt bergauf zum nahen Kreuz des Südostgipfels 2259 m. - Links der Dritte Gipfel 2257 m.]

[Bild: Auf dem Höfats Südostgipfel 2259 m.]

[Bild: Blick vom Höfats Südostgipfel 2259 m. zum Dritten Gipfel 2257 m. im Vordergrund. Rechts davon der Zweite Gipfel 2258,8 m. und links dahinter der Nordwestgipfel 2257,7 m. (mit Kreuz) - Rechts in der Ferne das Nebelhorn 2224 m.]

[Bild: Höfats Südostgipfel 2259 m. - Ganz links der Nordwestgipfel 2257,7 m.]

[Bild: Tiefblick vom Höfats Südostgipfel 2259 m. über die Wanne ins Dietersbachtal mit den darüber aufragenden Kegelköpfen]

[Bild: Tiefblick vom Höfats Südostgipfel 2259 m. ins innerste Oytal mit der Käseralpe 1401 m. - Links unten die Kleine Höfats 2073 m. und darüber der Schneck 2268 m. mit dem markanten Rädlergrat. Im Hintergrund (mittig) Großer Wilder 2379 m. und Kleiner Wilder 2306 m. mit den Höllhörnern rechts daneben]

[Bild: Blick vom Höfats Südostgipfel 2259 m. zum Allgäuer Hauptkamm. Links das Rauheck 2384 m. und das Kreuzeck 2376 m. (dahinter die Marchspitze 2610 m. und der Große Krottenkopf 2656 m.) - Ganz rechts Mädelegabel 2645 m. und Trettachspitze 2595 m.]

[Bild: Abstieg vom Höfats Südostgipfel über den obersten Südgrat zur felsigen Schlüsselstelle. Rechts in der Tiefe das Dietersbachtal und ganz links der Älpelesattel]

[Bild: Die Schlüsselstelle (II, 3-4m Länge, ausgesetzt!) des Höfats Südgrates von unten. Knapp rechts der Kante wird sie in gutem Fels überwunden]

[Bild: Abstieg über den Höfats Südgrat]

[Bild: Auf schmalem Pfad geht es über steile Grasflanken abwärts zum Gratkopf (Punkt 2005 m.) am unteren Ende des Höfats Südgrates. Rechts unten der Bärengangertobel]

[Bild: Blick zurück über den steilen Südgrat der Höfats zum Südostgipfel 2259 m.]

[Bild: Auf dem Weg zurück zum Älpelesattel 1780 m.]

[Bild: Abstieg vom Älpelesattel zur Käseralpe 1401 m. im Kessel des innersten Oytales. Im Hintergrund Großer Wilder 2379 m. - Kleiner Wilder 2306 m. und Höllhörner  -  von links nach rechts]

[Bild: Das Himmelhorn 2111 m. mit dem markanten Rädlergrat ragt gewaltig über Oytal und Geisbachtobel empor und kulminiert im Schneck Südgipfel 2259 m. - Rechts der Himmelecksattel 2007 m.]

[Bild: Käseralpe 1401 m. im innersten Oytal zwischen Höfats, Schneck und Wilden-Massiv - eine beliebte Jausenstation!]

[Bild: Von der Käseralpe geht es auf breitem Wanderweg nach Norden]

[Bild: Himmelhorn 2111 m. mit dem imposanten, 1000m hohen Rädlergrat]

[Bild: Oytal]

[Bild: Stuibenfall]

[Bild: Im zentralen Oytal]

[Bild: Berggasthof Oytalhaus 1006 m.]

[Bild: Wunderschöne Allee westlich des Berggasthof Oytalhaus]

[Bild: Entlang der Trettach geht es schließlich das letzte Stück zurück nach Oberstdorf]

Letztlich war die Besteigung des Höfats Südostgipfels leichter als erwartet. Zugegeben: die Schlüsselstelle knapp unterhalb des Gipfels ist gut luftig - wer hier die Nerven verliert, lebt gefährlich! Wer allerdings über eine gewisse Klettergewandtheit verfügt und zudem vollkommen trittsicher bzw. schwindelfrei ist, wird die nur gut 3-4m lange Kletterstelle zügig und ohne Probleme bewältigen. Ironischerweise ist sie mir im Abstieg deutlich leichter gefallen, als noch im Aufstieg - was sicherlich daran gelegen hat, dass ich nun wusste, wie ich die Griffe und Tritte optimalerweise zu setzen hatte. Der Ruf eines Berges trägt viel (!) zur wahrgenommenen Schwierigkeit einer Tour bei, das ist mir an der Höfats bewusst geworden. War der Aufstieg über den Südgrat noch geprägt von Gedankenspielen à la „Oh Gott, das muss ich nachher alles wieder runter...“, bin ich kurze Zeit später buchstäblich gen Älpelesattel geflogen - und das mit kaputter Schuhsohle (kein Scherz! Die Sohle von meinem rechten Bergschuh hat sich genau am Südostgipfel der Höfats gelöst). Man darf sich von dem Mythos, der so manchen Berg umgibt, nicht „verrückt“ machen lassen. Letztlich sind auch so berühmte Steilgrasgipfel wie Schneck und Höfats einfach nur ganz normale Berge. Trotzdem kann ich in jedem Fall sagen - die Höfats umgibt eine besondere Aura...dieser Berg hat etwas Besonderes! Wenn man bei schönem Wetter vom exponierten Südostgipfel über den schroffen Gipfelgrat blickt, die atemberaubend steilen Grasflanken und Felswände auf sich wirken lässt sowie einen Tiefblick ins Dietersbach- bzw. Oytal riskiert...dann wird es einem bewusst: Mehr Allgäuer Alpen geht nicht!

[Bild: Auf dem exponierten Südostgipfel 2259 m. der Höfat im Herzen der Allgäuer Alpen]

 

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