2016 – Grünten (1738 m.) - Überschreitung

stefanmitterer.de

 


Schwierigkeit:   F  oder  L   (T2  oder  W2)

Charakter:  Leichte, genussreiche Bergwanderung ohne technische Schwierigkeiten – meist in freiem Gelände auf breiten Bergwegen und Fahrstraßen, im oberen Teil als aussichtsreiche Höhenroute – auf einen der markantesten und dominierendsten Berge des Oberallgäus. Vom Berggasthof Alpenblick (980 m.) zunächst auf einer asphaltierten Fahrstraße (bereits jetzt tolle Ausblicke ins Illertal!) in angenehmer Steigung zur Kehralpe (1060 m.) und anschließend auf breitem Bergsteig in Serpentinen über freie Grashänge bzw. Alpflächen zur Oberen Schwandalpe (1319 m.) – Dem Weg über mäßig steile Grasflanken und ein lichtes Waldstück in den Sattel zwischen der felsigen Stuhlwand und dem Grat zum Sendemast folgen. Im Folgenden nun direkt auf dem grasbewachsenen Gratkamm zum Sendemast und links um ihn herum. Auf dem breiten Höhenrücken (kurzer Zwischenabstieg) weiter zum Gebirgsjägerdenkmal auf dem Übelhorn (1738 m.) – Für den Abstieg geht es über den im oberen Teil felsigen Nordgrat bergab, bis man eine Wegeteilung erreicht (Weiterweg über Grüntenhütte und Gigglstein als mögliche Alternative). Hier rechts ab, über einen grasigen Kamm in einen Bergwald und weiter zur Roßbergalpe. Dem erdigen Bergpfad quer durch die grasige Südflanke des Grünten folgen, an der Unteren Schwandalpe vorbei, bis man auf den Aufstiegsweg stößt. Der weitere Abstieg zum Parkplatz ist Formsache. Trotz der Beliebtheit der Tour (!) und der massiven Bebauung des Gipfelbereichs eine sehr lohnende, kurzweilige (insgesamt 3-4h) und unkomplizierte Bergtour, die als ausgedehnte Ganztagswanderung ebenso möglich ist, wie als spontane Feierabendtour. Die Ausblicke während der Grünten-Überschreitung sind – ebenso wie die wahrhaft umfassende Aussicht vom Übelhorn – fantastisch und verdienen das Prädikat: Mehr Allgäu geht nicht!

Gefahren:  Keinerlei objektive Gefahren. Bei schönem Wetter und guten („normalen“) Verhältnissen sollte der einigermaßen geübte Bergwanderer nicht vor Probleme gestellt werden. Immerhin ist zu erwähnen, dass Teilstrecken der hier vorgestellten Tour (Umgehung der Sendeanlage, Gipfelfelsen am Nordgrat, freie Alpflächen im Bereich der Oberen Schwandalpe) bei Nässe oder Schneelage teilweise etwas unangenehm werden können! Daher sollte trotz der Gutmütigkeit der Tour nicht auf solides Schuhwerk sowie die angemessene Berücksichtigung der Wettervorhersage verzichtet werden – ebenso wie ein Mindestmaß an Trittsicherheit selbstverständlich sein sollte (v.a. im Bereich der oberen Gipfelfelsen beim Nordgrat wichtig). Insgesamt jedoch eine (im Hinblick auf potenzielle Risiken und Gefahren) überschaubare Unternehmung in idyllischer Umgebung.


15. Dezember 2016

Ein-Tages-Tour in die Allgäuer Alpen mit Besteigung und Überschreitung des Grünten (1738 m.) inklusive Sonnenuntergang beim Gebirgsjägerdenkmal auf dem Übelhorn.

Privat organisierte Tour zusammen mit Julia

[Bild: Beim Gebirgsjägerdenkmal auf dem Gipfel des Grünten 1738 m. (Übelhorn) in den Allgäuer Alpen]

Berggasthof Alpenblick  -  Kehralpe  -  Obere Schwandalpe  -  Sender Grünten  -  Grünten Übelhorn  -  Roßbergalpe  -  Untere Schwandalpe  -  Obere Schwandalpe  -  Kehralpe  -  Berggasthof Alpenblick

Der Grünten (1738 m.) – der „Torwächter des Allgäus“ – ist einer der bekanntesten und eindrucksvollsten Berge der Allgäuer Alpen. Aufgrund seiner vorgeschobenen und isolierten Lage dominiert er die Ausmündung des Illertals ins Alpenvorland. Ob man nun im Umkreis von Kempten wohnt oder nur auf der Durchreise in Richtung Oberstdorf ist – der Grünten fällt ins Auge – an ihm kommt man einfach nicht vorbei! Kein Wunder also, dass der Grünten schon früh im Mittelalter Aufsehen erregte (sogar Maximilian I. – ab 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – soll den Berg bestiegen haben!) und seit Jahrhunderten von Menschen frequentiert bzw. genutzt wird (weitere Informationen). Heutzutage gehört die markante Silhouette des Grünten mit Sendeantenne und Gebirgsjägerdenkmal zu den klassischen Allgäupanoramen und der Berg wird aufgrund seiner traumhaften Aussicht sowie der Vielzahl an herrlich-unkomplizierten Tourenoptionen zu jeder Jahres- und Tageszeit von Bergsteiger und Wanderern aller Couleur bestiegen.

[Bild: Sonnenuntergang auf dem Übelhorn 1738 m. (Grünten) in den Allgäuer Alpen]

Kurz vor Weihnachten ergibt sich die Gelegenheit für eine Bergtour, die für jeden „waschechten“ Allgäuer (oder Menschen, die eine Zeit lang im Allgäu gelebt haben) zur Pflicht gehört – mindestens einmal im Leben muss man auf dem Grünten gewesen sein! Und obwohl ich bereits seit über 3 Jahren in Kempten lebe und sich die Zeit des Studiums langsam aber sicher dem Ende zuneigt, habe ich es noch nicht bis zum berühmten Gebirgsjägerdenkmal auf dem Übelhorn geschafft…es wird Zeit, dass sich das ändert! Ausgangspunkt für die klassische Grünten-Überschreitung ist in unserem Fall der Parkplatz beim Berggasthof Alpenblick bei Burgberg in der Nähe von Sonthofen. Auf einer Asphaltstraße geht es am Anfang zunächst in östliche Richtung.

[Bild: Blick beim Aufstieg vom Berggasthof Alpenblick zur Kehralpe in Richtung Illertal]

[Bild: Der erste Teil des Aufstiegs zum Grünten (von Süden) führt über eine asphaltierte Fahrstraße]

[Bild: Kehralpe 1060 m.]

[Bild: Grünten Südflanke. In Serpentinen geht es auf gutem Bergsteig über die grasigen Hänge zur Oberen Schwandalpe - rechts hinten ist bereits der Gipfel (Übelhorn 1738 m.) sichtbar!]

[Bild: Bei der Oberen Schwandalpe 1319 m. - Im Hintergrund der lange Kamm vom Nebelhorn zum Großen Daumen]

[Bild: Blick quer über einen Teil der Grünten Südflanke zur Unteren Schwandalpe]

[Bild: Auf dem Weg zum Sender Grünten]

[Bild: In der Scharte im Gratverlauf südlich oberhalb des Grüntenhauses mit Blick zum Sendemast]

[Bild: Säntis 2502 m. im Zoom]

[Bild: Tiefblick zum Grüntenhaus 1535 m.]

[Bild: Über den grasbewachsenen Grat leitet der Weg aufwärts zum riesigen Antennenmast des Senders Grünten]

[Bild: Wunderbares Allgäu!]

[Bild: In der schattigen Nordflanke des Grünten bei der Umgehung der Antennenanlage (Vorsicht bei Eis-/Schneelage!) mit Blick ins Alpenvorland]

[Bild: Das Gebirgsjägerdenkmal auf dem Übelhorn 1738 m. - dem höchsten Punkt des Grüntenmassivs - wartet!]

[Bild: Auf dem höchsten Punkt des Grünten - dem Übelhorn 1738 m. - mit Blick zum 94,5 m. hohen Antennenmast des Senders Grünten]

[Bild: Das Übelhorn 1738 m. (Grünten) wird gekrönt von einem monumentalen Gebirgsjägerdenkmal, das 1924 erbaut wurde und an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnert]

[Bild: Blick vom Grünten nach Osten. Rechts in der Ferne die Zugspitze 2962 m.]

[Bild: Auf dem Gipfel des Übelhorns 1738 m. (Grünten) mit Blick ins Illertal]

[Bild: Bei traumhaftem Wetter auf dem Grünten 1738 m.]

[Bild: Vom Gipfel des Grünten bietet sich eine grandiose Aussicht ins Alpenvorland]

[Bild: Während das lange Illertal bereits im Schatten versunken ist, wärmen letzte Sonnenstrahlen das Übelhorn]

[Bild: Immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl, wenn in den Bergen die Sonne hinterm' Horizont verschwindet]

[Bild: Freiheit]

[Bild: Unverwechselbar! - Sonnenuntergang auf dem Übelhorn 1738 m. (Grünten) - Glücklich sind diejenigen, die solche Momente erleben dürfen!]

[Bild: Sonnenuntergang auf dem Grünten]

[Bild: Abstieg vom Grünten - es wird Nacht in den Allgäuer Alpen]

Es hat also doch noch geklappt mit der Grünten-Besteigung vor Ende meiner Zeit in Kempten...und wie! Einen absoluten Sahne-Tag (inklusive Bilderbuch-Sonnenuntergang) haben wir erwischt! Gut...wer in der Nähe der Berge wohnt, kann sich natürlich auch spontan die guten Tage rauspicken - aber manchmal entpuppt sich eine Tour auch als Enttäuschung...was hab' ich mir in den vergangenen Jahren alles über den Grünten anhören müssen (positives wie negatives) - er sei langweilig und anspruchslos, übererschlossen und verbaut, überschätzt und (v.a.) überlaufen...Nun gut, der Grünten ist tatsächlich alles andere als unberührt - und ein Geheimtipp bzw. eine außergewöhnlich-individualistische Tour ist es auch nicht gerade...Aber ganz ehrlich: Das Gebirgsjägerdenkmal und der Antennenmast gehören einfach zum Grünten dazu! Und - Menschen haben wir während der Tour lediglich unmittelbar im Gipfelbereich rund ums Übelhorn getroffen (den Sonnenuntergang hatten wir ganz für uns alleine)...eben weil es nicht ein Wochenende im Hochsommer war - gewusst wie!

[Bild: Auf dem Grünten 1738 m.]

 

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