2012 – Großes Windegg (2644 m.)  +  Kleines Windegg (2607 m.)  +  Wetterkreuzkogel (2591 m.)  +  Roßkopf (2399 m.)

stefanmitterer.de

 


Schwierigkeit:   Großes Windegg:   F+  oder  L+   /   Kleines Windegg:   F  oder  L   /   Wetterkreuzkogel:   F  oder  L   /   Roßkopf:  F  oder  L   (Tour insgesamt T3+  oder  W3+)

Charakter:  Das große Windegg ist ein unbedeutender Nebengipfel des Acherkogels bzw. der Wörgegratspitze und befindet sich im von der Mittertaler Scharte nach Nordwesten ziehenden Bergkamm in den Sellrainer Bergen der Stubaier Alpen. Alle hier beschriebenen Gipfel sind wenig selbstständig und besitzen so gut wie kein Prestige, da sich mit dem Hochreichkopf und dem Acherkogel wesentlich eindrucksvollere und begehrenswertere Berge im Umkreis befinden. Dafür ist der Übergang von der Mittertaler Scharte bis zum Wetterkreuzkogel eine spannende, leicht alpine  -  wenn auch kurze  -  Kammüberschreitung, bei der man (bei besserem Wetter als in meinem Fall) stets fantastische Ausblicke auf die Sellrainer Berge (Stubaier Alpen)  -  Lechtaler Alpen, Mieminger Kette, Zugspitze und den Geigenkamm (Ötztaler Alpen) hat. Man wandert hoch über Ötzt – und Inntal dahin und hat am Ende eine kleine, aber feine Tour unternommen. Der Zustieg durch das Kar nordwestlich des Acherkogels bis unter die Mittertaler Scharte erfolgt über einen gerölligen Steig, teils über unangenehmen Lockerschutt und ist insgesamt recht mühsam. Bei der Querung der Westflanke der Wörgegratspitze sowie bei der Überschreitung des Großen Windeggs müssen einige schroffe Drahtseil – bzw. Felspassagen bewältigt werden  -  ansonsten befindet man sich jedoch stets auf einfachen und durchgehend markierten Wegen. Wetterkreuzkogel und Roßkopf sind beliebte Wandergipfel  -  die beiden Windeggs werden etwas seltener bestiegen. Alles in allem eine ungewöhnliche  -  aber durchaus lohnende  -  Tour am nordwestlichen Rand der Stubaier Alpen, die sich als interessante Ausweichvariante anbietet, wenn eine Besteigung des Acherkogels nicht möglich ist.

Gefahren:  Auch wenn sich die Schwierigkeiten und objektiven Gefahren dieser Tour in Grenzen halten, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt notwendig. Ohne alpine Grundkenntnisse kann man auch bei diesen Gipfelbesteigungen in Schwierigkeiten geraten. Dies gilt vor allem dann, wenn durch schlechte Bedingungen (wie in meinem Fall ungünstiges Wetter) die Anforderungen noch einmal steigen. Während man am Roßkopf und beim Wetterkreuzkogel in der Regel stets auf andere Bergsteiger trifft, sind die beiden Windeggs relativ einsame Graterhebungen und dementsprechend auch ernsthafter. Erfolgt (wie bei diesem Bericht) der Zustieg von Süden  -  von dem Kar nordwestlich des Acherkogels  -  müssen anstrengende Geröll – und Lockerschuttpassagen sowie schroffe (teils mit Drahtseilen versicherte) Felsstellen bewältigt werden. Bei Schneelage / Vereisung bzw. Nässe erhöhte Vorsicht!


12. Juli 2012

Ein-Tages-Tour in die (Sellrainer Berge) Stubaier Alpen zur Neuen Bielefelder Hütte (2150 m.) mit Besteigung des Großen Windeggs (2644 m.)  -  des Kleinen Windeggs (2607 m.)  -  des Wetterkreuzkogels (2591 m.)  -  sowie des Roßkopfes (2399 m.) - (Besteigung des Acherkogels aufgrund von Nebel nicht möglich)

Privat organisierte Tour  -  alleine begangen

[Bild: Großes Windegg 2644 m.  -  von Südosten aus gesehen]

Hochoetz  -  Neue Bielefelder Hütte  -  Mittertaler Scharte  -  Großes Windegg  -  Kleines Windegg  -  Wetterkreuzkogel  -  Theodor-Streich-Weg  -  Roßkopf  -  Neue Bielefelder Hütte  -  Hochoetz

Mit der Absicht, den Acherkogel in den Sellrainer Bergen (Stubaier Alpen) als Tagestour zu besteigen, mache ich mich früh auf und fahre auf der Inntal Autobahn in Richtung Ötztal. Zwar ist die Wetterprognose nicht optimal (es ist immerhin kein Regen vorhergesagt)   -  da ich anschließend aber sowieso eine Drei-Tages-Tour vorhabe, will ich mein Glück trotzdem versuchen. Vielleicht reißen die dichten Wolken über den Zentralalpen ja für ein paar Stunden auf […]

In Oetz (812 m.) angekommen, fahre ich mit der Acherkogel-Seilbahn hinauf nach Hochoetz (2020 m.)  -  einem im Winter sehr beliebten und familienfreundlichen Skigebiet. Im Sommer ist dies der Ausgangspunkt für den Wilhelm-Oltrogge-Weg sowie für eine Besteigung des Acherkogels. Auf etwa 2000 Meter Höhe angekommen, wird mir sofort klar, dass die Wetterverhältnisse wirklich nicht besonders gut sind  -  dichte Wolken hängen oberhalb der 2500 Meter Marke und verhüllen die Gipfel der Ötztaler – und Stubaier Alpen. Optimistisch wie ich nun einmal bin, mache ich mich trotzdem auf Richtung Acherkogel. Vielleicht bessert sich das Wetter ja noch  -  vielleicht reißen die Wolken ja gerade dann auf, wenn ich unterwegs bin. Außerdem  -  richtig schlecht ist das Wetter nun auch wieder nicht. Ich will das Beste daraus machen.

[Bild: Acherkogel Seilbahnstation in Hochoetz auf 2020 Meter Höhe]

Auf einer breiten Fahrstraße geht es von Hochoetz zunächst ein kurzes Stück in Richtung Süden und an grünen Hängen  -  teils unter Liftanlagen  -  entlang zur Neuen Bielefelder Hütte (2150 m.)

[Bild: Auf dem Weg zur Neuen Bielefelder Hütte]

[Bild: Blick nach Nordwesten zum Zusammenschluss von Inn - und Ötztal]

Dieses der DAV Sektion Bielefeld gehörende Berg-Gasthaus liegt direkt im Skigebiet Hochoetz und besitzt die Kategorie II. Die erste Bielefelder Hütte wurde im Jahr 1914 direkt unter den Nordabstürzen des Acherkogels (etwa 2 Kilometer südöstlich der heutigen Hütte) erbaut und diente bis zum Jahr 1951 als Schutzhütte, bis sie von einer Lawine zerstört wurde. Die neue Hütte wurde 1953/54 am heutigen Standort errichtet, wohingegen die Reste der ehemaligen Hütte zur Alten Bielefelder Hütte wurden und noch heute als Fundamentreste zu sehen sind. Die Neue Bielefelder Hütte ist von Mitte Juni bis Anfang Oktober sowie von Mitte Dezember bis Ostern geöffnet, besitzt 34 Betten und 22 Lager – bzw. 5 Notlagerplätze. Erreicht werden kann die Hütte auf einer Vielzahl von Wegen, unter anderem von den Talorten Oetz, Habichen und Ochsengarten. Der überwiegende Teil der Wanderer, Bergsteiger und Tagesgäste benutzt aber die Acherkogelbahn bis Hochoetz, von wo aus die Hütte in 20 Minuten leicht und schnell erreichbar ist. Die Neue Bielefelder Hütte thront in herrlich freier Lage über dem Ötztal und bietet freie Sicht auf Teile des Geigenkamms, das Inntal, die Lechtaler Alpen und auf die Mieminger Kette. Die Tourenmöglichkeiten sind vielfältig  -  neben den Übergängen zur Dortmunder Hütte über die Mittertaler Scharte oder die Niederreichscharte sowie zur Schweinfurter Hütte über den Wilhelm-Oltrogge-Weg, bieten sich auch eine Reihe von Gipfelbesteigungen an: Acherkogel (3007 m.)  -  Hochreichkopf (3010 m.)  -  Hoher Wasserfall (3002 m.) und Wetterkreuzkogel (2591 m.) sind lohnendswerte Gipfelziele.

[Bild: Neue Bielefelder Hütte 2150 m.]

Nach einer kurzen Pause mache ich mich auf Richtung Acherkogel. Beim Blick von der Hütte auf seine von hier gut einsehbaren Nordabstürze wird sofort klar, dass auch leider auch bei meinem anvisierten Gipfelziel dichte Wolken die obersten 350 Meter einhüllen. Von der Hütte geht es auf breiter  -  aber recht steiler und schottriger  -  Fahrstraße entlang eines Liftes ein Stück hinauf bis zu einer Umlenkstation. Anschließend geht es auf einem Steig unterhalb der begrünten Südflanken der Roßköpfe ein Stück Richtung Osten. Nach kurzer Zeit wendet sich der Steig nach Süden und ich folge ihm an den mit Latschenkiefern bewachsenen Westhängen des Wetterkreuzkogels eben um mehrere Ecken herum.

[Bild: An begrünten und mit Latschenkiefern bewachsenen Hängen geht es auf einem Steig in Richtung Acherkogel]

Zuletzt  geht es sanft ansteigend bis zu einer kleinen Schulter mit einem großen Steinmann. Von dort geht es an begrünten und mit Blockwerk durchsetzten Hängen konstant in Richtung des Kares unterhalb der Acherkogel Nordabstürze.

[Bild: Auf dem Weg in Richtung des Kares unterhalb der Acherkogel Nordabstürze]

Dort angekommen, geht es auf einem gerölligen Steig zu einer Wegeteilung. Ich nehme die Abzweigung nach links Richtung Mittertaler Scharte und nicht den Weiterweg Richtung Acherplatte / Hochreichkopf.

[Bild: Blick auf den weiteren Aufstiegsweg durch das Kar  -  hinter der Felsbarriere befindet sich der Mattingsee]

Auf einem markierten Steig geht es über Geröll und Blockwerk zunächst in Richtung des von der Wörgegratspitze nach Westen ziehenden Bergkamms und anschließend an der linken (nördlichen) Seites des Kares hinauf.

[Bild: Die mächtigen Acherkogel Nordabstürze  -  mehr als einmal höre ich Steinschlag]

Zunächst geht es noch an begrünten Flanken bergauf, nach kurzer Zeit leitet der Weg jedoch zum Beginn eines großen Geröllhangs.

[Bild: Über Blockwerk, Schutt und Geröll geht es an der nördlichen (linken) Seites des Kares bergauf]

An seinem linken Rand geht es aufwärts bis zu einer Felsplatte. Von dort leitet der Weg zunehmend steiler über eine erdige Felssturzzone und anschließend über Geröll und Blockwerk aufwärts zum Mattingsee (Maning See)  -  einem kleinen Bergsee unterhalb des Gipfelaufbaus des Acherkogels.

[Bild: Blick zurück auf einen Teil des Aufstiegswegs]

Von hier aus würde theoretisch der weitere Weg in Richtung Gipfel führen, angesichts der dichten Wolken verwerfe ich aber alle Gedanken an eine Besteigung des Acherkogels. Dessen Besteigung erfordert nicht ganz leichte Kletterei (bis zum Schwierigkeitsgrad II/II+.) und zudem einiges Geschick im Umgang mit alpinem Gelände. Im Kar unterhalb der Acherkogel Nordabstürze hatte es kurzzeitig so ausgesehen, als würde es etwas aufklaren  -  während ich in der Nähe des Sees jedoch eine Pause mache und überlege, beginnt langsam Nebel aufzuziehen. Bei diesen Bedingungen wäre es äußerst riskant eine Besteigung zu versuchen und von den tollen Ausblicken während des Aufstiegs sowie von dem mit Sicherheit grandiosen Gipfelpanorama hätte ich ebenfalls nichts.

[Bild: Blick vom Mattingsee auf den Beginn des Gipfelaufbaus des Acherkogels]

Daher studiere ich die Karte und überlege, wie ich diesen Tag doch noch zu einer gelungenen Tour machen kann. Ich entschließe mich das Große Windegg (2644 m.) zu besteigen und von dort über Kleines Windegg, Wetterkreuzkogel und Theodor-Streich-Weg zur Neuen Bielefelder Hütte zurückzukehren. Nach einiger Zeit mache ich mich auf und folge einem markierten Pfad über Geröll in nordöstliche Richtung. Plötzlich höre ich aus dem von Nebel und Wolken eingehüllten Gipfelaufbau des Acherkogels laute Rufe. Offenbar befinden sich zwei Bergsteiger gerade beim Auf – bzw. Abstieg und  -  so wie es klingt  -  haben sie ziemlich zu kämpfen. Das bekräftigt mich noch einmal darin, dass es die richtige Entscheidung ist, bei so unfreundlichen Bedingungen einen Gipfelerfolg nicht erzwingen zu wollen. Vom Mattingsee geht es auf einem markierten  -  jedoch sehr steilen und mühsamen  -  Pfad eine abschüssige Geröll – und Blockflanke bergauf.

[Bild: Der Aufstieg über rutschige bzw. abschüssige Geröll - und Schuttflanken erfodert Konzentration und Umsicht]

Nach kurzer Zeit stoße ich unvermittelt auf eine Reihe von Eisenketten, die den felsigen Südhang der Wörgegratspitze offensichtlich entschärfen sollen. Da der Fels aufgrund des Nebels nass und heikel rutschig ist, bin ich froh über diese künstlichen Sicherungshilfen. Zur Rechten erkenne ich ein Stück oberhalb einen Wegweiser. Zwar weiß ich, dass das nicht der richtige Weg sein kann, ich möchte aber dennoch wissen, was auf dem Schild geschrieben steht und zudem auch sicher gehen, dass ich mir über den weiteren Wegverlauf auch im Klaren bin. Auf einem markierten  -  aber mit unangenehmem Splitterbruch und Geröll bedeckten  -  Pfad geht es ein kurzes Stück in südöstliche Richtung schräg bergauf.

[Bild: Im Bereich der Mittertaler Scharte]

Bei dem Wegweiser (und mit Blick auf die Karte) wird mir bewusst, dass ich mich in der Mittertaler Scharte befinde  -  wie viel schwieriger die Orientierung doch bei Nebel ist! Logischerweise steige ich das kurze Stück bis zu den Eisenketten auch sofort wieder bergab. Der weitere Weg ist mir nun vollkommen klar vorgegeben. Auf einem abschüssigen Pfad geht es an steilen Felsflanken entlang Richtung Nordwesten.

[Bild: Die Querung steiler und abschüssiger Geröll - bzw. Schotterhänge erfordert absolute Trittsicherheit]

Mit Hilfe einiger Eisenketten geht es steil bergauf zu einer Anhöhe.

[Bild: Eisenketten entschärfen den  -  aufgrund der Nässe  -  etwas heiklen Aufstieg]

Von dort habe ich unvermittelt einen freien Blick zum Großen Windegg (2644 m.)  -  meinem anvisierten Ziel.

[Bild: Großes Windegg]

Oberhalb steiler Abbrüche quere ich die stark felsige Westflanke der Wörgegratspitze in Richtung des Sattels zwischen den beiden Gipfeln. Auf einem mit Blockwerk und brüchigem Geröll bedeckten Pfad steige ich vorsichtig ein Stück bergab.

[Bild: Der abschüssige Geröllpfad erfordert große Umsicht]

In Kombination mit der aus dem Nebel resultierenden Nässe erfordert das erdige und mit heikel-brüchigem Schutt durchsetzte Gelände große Vorsicht und Konzentration. Trittsicherheit ist hier unbedingt notwendig. Schließlich leitet der Pfad auf den breiten, begrünten Südostrücken des Großen Windeggs.

[Bild: Wörgetal]

[Bild: Links die Wörgegratspitze 2716 m.  -  links der Bildmitte die Mittertaler Scharte 2631 m.  -  rechts unten der Mattingsee]

Über diesen geht es auf einem schottrigen Pfad bergauf bis zu einer vorgelagerten Anhöhe.

[Bild: Gipfelaufbau des Großen Windeggs]

Hier verengt sich der Rücken und über geschichtete Platten geht es ein kurzes Stück bergab und an den Gipfelaufbau des Großen Windeggs. Mit Hilfe einiger Eisenketten geht es über den felsigen Südostgrat rasch empor zum breiten Gipfel des Großen Windeggs (2644 m.)

[Bild: Der versicherte Schlussanstieg zum Gipfel des Großen Windeggs]

Auf seinem begrünten und mit Felsplatten – bzw. Blöcken durchsetzten Haupt mache ich es mir gemütlich.

[Bild: Der Gipfel des Großen Windeggs 2644 m.  -  rechts das Kleine Windegg 2607 m.]

Umhüllt von Nebel und Wolken, bleibe ich  -  in der Hoffnung, dass es vielleicht ein bisschen aufklart  -  relativ lange auf dem Gipfel. Doch die Wolken bleiben hartnäckig und lassen bis auf einige Blicke ins Wörgetal, auf die Wörgegratspitze sowie auf den weiteren Gratverlauf Richtung Kleines Windegg nichts zu.

[Bild: Die Wörgegratspitze 2716 m.  -  ein einsamer und wilder Gipfel, dessen Besteigung Kletterei im Schwierigkeitsgrad I+ verlangt]

Schließlich mache ich mich auf und folge den Markierungen vom Gipfel des Großen Windeggs ein Stück bergab Richtung Nordwesten. In dichtem Nebel leitet der Weg über den felsigen Rücken hinab in den Sattel zwischen den beiden Windeggs.

[Bild: Abstieg vom Großen Windegg]

Aus diesem geht es über einen begrünten Hang in wenigen Minuten hinauf zur unscheinbaren Erhebung des Kleinen Windeggs (2607 m.)

[Bild: Kleines Windegg 2607 m.]

Ich gehe gleich weiter und überschreite den unbedeutenden Gipfel. Über einen blockreichen Hang geht es ein kurzes Stück bergab und mit einem Mal trete ich aus dem Nebel. Ich befinde mich in dem begrünten und mit Blockwerk – bzw. Geröll durchsetzten Plateau zwischen Kleinem Windegg und Wetterkreuzkogel. Dessen gerölliger Gipfel erhebt sich ein Stück westlich von mir und in wenigen Minuten geht es auf einem felsigen Steig hinauf zu dem mit einem großen Kreuz geschmückten Gipfel.

[Bild: Wetterkreuzkogel 2591 m.]

Auch von hier ist die Aussicht nicht wesentlich besser  -  immerhin lassen die Wolken immer mal wieder einen Blick ins Inntal zu. Hier auf dem Gipfel des Wetterkreuzkogels treffe ich auch zum ersten Mal an diesem Tag andere Bergsteiger.

[Bild: Auf dem Gipfel des Wetterkreuzkogel]

Nachdem sie ein Foto von mir gemacht haben, mache ich mich  -  mit Blick auf die Uhr  -  nach kurzer Zeit auf und steige auf breitem Weg an den nordwestlichen Ausläufern des Wetterkreuzkogels bergab.

[Bild: Während des Abstiegs habe ich die ganze Zeit den Roßkopf vor mir] 

Schließlich leitet der Weg in die Einsattelung zwischen den Roßköpfen und Wetterkreuzkogel. Auf dem sogenannten Theodor-Streich-Weg geht es nun ein kurzes Stück an den begrünten Südhängen der Roßköpfe in westliche Richtung. Den unmittelbar über dem Weg aufragenden Gipfel des Roßkopfes (2399 m.) nehme dann aber auch noch mit. Auf einem erdigen und teilweise felsigen Steig geht es das kurze Stück empor zu dem mit einem Kreuz geschmückten Gipfel.

[Bild: Kurzer Steilaufstieg zum Roßkopf]

[Bild: Das Gipfelkreuz des Roßkopfes 2399 m.]

Von dort habe ich noch einmal einen schönen Tiefblick Richtung Inn – bzw. Ötztal  -  jedoch bleibe ich nur kurz auf der unbedeutenden Erhebung und steige nach wenigen Minuten wieder zurück auf den Weg. Ihm folge ich zwischen Latschenkiefergewächsen ein Stück bergab und schließlich erreiche ich wieder den heute Morgen begangenen Weg Richtung Acherkogel. Auf ihm geht es an den begrünten südöstlichen Ausläufern der Roßköpfe das letzte Stück zurück zur Neuen Bielefelder Hütte. Nach einem kleinen Essen steige ich von der Hütte über die Fahrstraße bergab zur Acherkogel Seilbahnstation bei Hochoetz. Die Zeiteinteilung hat genau gepasst und ich erwische eine der letzten Gondeln ins Tal.

Letztendlich habe ich den Gipfel des Acherkogels nicht erreicht  -  wobei ich es auch nicht wirklich versucht habe. Aber ich denke trotzdem, dass die Entscheidung richtig war, stattdessen eine 4-Gipfel-Kammüberschreitung zu machen und den Acherkogel dann zu besteigen, wenn das Wetter besser ist. Denn in meinen Augen sind bei einer solchen Bergtour gute Sichtverhältnisse von entscheidender Bedeutung  -  auch bezüglich der Möglichkeiten tolle Fotos zu schießen. Eine Bergtour wie das Große Windegg kann man auch bei Nebel machen  -  natürlich ist es auch hier schöner, wenn die Aussicht nicht durch Wolken verhindert wird, aber alles in allem war es doch eine nette Tagestour in den Sellrainer Bergen der Stubaier Alpen. Und auch wenn ich bei dieser Tour keinen bedeutenden Berg bestiegen habe, so kann ich mir doch vier weitere Gipfel ins Tourenbuch schreiben. Außerdem ist mir wieder einmal klar geworden, dass  -  wenn man sich nicht stur an sein ursprüngliches Ziel klammert  -  man in den Bergen flexibel und offen sein muss, dann werden auch Bergtouren wie das Große Windegg und der Wetterkreuzkogel zu einem Erfolg.

[Bild: Blick vom Beginn des Kares unterhalb der Acherkogel Nordabstürze Richtung Ötzt - und Inntal]

 

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