Ecuador – Land der Wolken, Winde und Vulkane

stefanmitterer.de

 


Chimborazo (6268 m.) + Cotopaxi (5897 m.) + Cayambe (5790 m.) - Bergexpedition 2013


[Bild: Fuya-Fuya Cerro Oeste 4286 m.]


Fuya-Fuya Cerro Oeste (4286 m.) + Otavalo

Die Ecuador-Berichte wurden mit Hilfe des Buches „Bergführer Ecuador – Wanderungen - Klettertouren - Trekkingtouren - Gletschertouren - Bergtouren - Dschungeltouren“ von Günter Schmudlach (Panico Verlag) verfasst. Auf die Verwendung eines klassischen Reiseführers wurde (wie auch während der Reise) verzichtet, da die Besteigung der Berge, persönliche Eindrücke und Erfahrungen sowie die Bilder im Mittelpunkt stehen sollen. Diese Tourenberichte ersetzen keinen Reiseführer für Ecuador!

 

Ecuador Bergexpedition 2013 - Gesamtübersicht

Organisiert und durchgeführt von Diamir und Andes Trek Expeditions

 


[Bild: Mercado de Ponchos in Otavalo]

8. August        Tambocajas Guest House  -  Laguna (Grande) de Mojanda  -  Fuya-Fuya Cerro Oeste  -  Laguna (Grande) de Mojanda  -  Otavalo (Hotel El Coraza)

Schwierigkeit:   F+  oder  L+   (T4+  oder  W4+)

Charakter:  Die Besteigung des Fuya-Fuya Cerro Oeste von der Laguna Grande de Mojanda ist als leichte Bergtour einzustufen. Bis zum Sattel zwischen Ost- und Westgipfel Aufstieg über Páramo (andine Graslandschaft), wobei deutliche Pfade und spärliche Höhenbezeichnungen kaum Orientierungsschwierigkeiten aufkommen lassen. Teilweise ist das Gelände bis zum Sattel etwas rutschig, gutes Schuhwerk ist in jedem Fall anzuraten. Der Weiterweg zum Cerro Oeste (Haupt- bzw. Westgipfel) erfolgt über einen unschwierigen Grasgrat. Im Bereich der Felsen ist eine kurze Kletterpassage (II-/II, Platte an Riss) neben dem markanten Gendarm zu bewältigen, diese Stelle kann (wesentlich uneleganter) rechts (im Aufstieg) umgangen werden, ansonsten nur leichte Kraxelstellen (maximal I). Der Ostgipfel (Cerro Este), der unmittelbar neben dem Sattel aufragt, ist technisch leicht. Der Fuya-Fuya bietet bei guter Sicht eine überragende Aussicht (z.B. auf den Cayambe 5790 m.) und eignet sich hervorragend zur Akklimatisation für „größere Aufgaben“. Aber auch ansonsten stellt der Ausflug zur Laguna Grande de Mojanda mit Besteigung des Fuya-Fuya eine schöne Bergtour dar!

Gefahren:  Bei schlechtem Wetter erhöhte Vorsicht! Dies gilt besonders bei Nebel, da man sich auf den weiten Páramo-Flächen (trotz offensichtlicher Pfade) durchaus verlaufen kann. Bei Nässe teilweise unangenehm rutschige/abschüssige Passagen. Dann auch erhöhter Anspruch im Gipfelbereich (ggf. ist bei Regen, Nässe oder im Extremfall gar Vereisung der einfachere Ostgipfel vorzuziehen). Gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung (wind- und wasserdichte Hosen/Jacken) sind Pflicht. Ansonsten praktisch keine objektiven Gefahren. Erwähnt werden muss noch, dass es im Bereich der Laguna Grande de Mojanda vereinzelt schon zu Überfällen gekommen ist.


Etwa 10 Kilometer südlich von Otavalo befinden sich im Bereich einer stark erodierten Caldera die Lagunas de Mojanda. Der Kraterrand kulminiert in einer Reihe von Felsgipfeln, von denen der Cerro Negro und der Fuya-Fuya die höchsten und markantesten sind. Die Lagunas de Mojanda werden durch Fahrstraßen (in schlechtem Zustand  –  Stand August 2013) erschlossen, was zur Folge hat, dass die Gegend bei Touristen recht beliebt ist (von „überlaufen“ kann jedoch keine Rede sein). Der Fuya-Fuya befindet sich westlich der Laguna Grande de Mojanda (3735 m.) – Er besteht aus zwei Felsgipfeln – dem Ostgipfel „Cerro Este“ (4263 m.) und dem Westgipfel „Cerro Oeste“ (4286 m. – alternative Höhe 4279 m.)  -  Der Fuya-Fuya ist häufig das Ziel von Bergsteiger- und Trekkinggruppen, da er technisch unschwierig sowie leicht zu erreichen ist und daher ein ideales Akklimatisationsziel (zum „Warmwerden“) für größere Berge darstellt. Früher wurde der Berg „El Puyupuyu“ genannt. „Puyu“ stammt aus der Quichua-Sprache und bedeutet „Nebel“ – Explicaciones adicionales son innecesarias. Todo se ha dicho.

Endlich der erste Gipfel! Heute steht mit dem Fuya-Fuya der erste Akklimatisations-4000er auf dem Programm. Er ist häufig das Ziel von Expeditions- und Trekkinggruppen, da er leicht zu erreichen und technisch unschwierig ist – perfekt also, um sich langsam an das Bergsteigen in Ecuador heranzutasten. Von Quito fahren wir zunächst nach Norden in Richtung Otavalo. Unterwegs begeistern wilde Schluchten und Canyons.

[Bild: Ecuadorianisches Hochland nördlich von Quito]

Bei einem Restaurant in der Nähe der Laguna de San Pablo (2660 m.) machen wir kurz Pause, bevor es kurz darauf weiter Richtung Laguna de Mojanda geht.

[Bild: Links die Laguna de San Pablo mit dem eindrucksvollen Imbabura 4261 m.]

Auf äußerst schlechten Straßen (ohne Allradantrieb und Geländegängigkeit geht hier vermutlich nicht viel!) fahren wir noch gut 1000 Höhenmeter bergauf zur Laguna Grande de Mojanda (3735 m. – alternative Höhe 3720 m.), dem Ausgangspunkt für unseren heutigen Gipfel. Die eigentliche Laguna (ein großer, von Grashängen und Felsgipfeln eingerahmter Bergsee) zeigt sich relativ kühl und abweisend. Düstere Wolken liegen über dem See (von dem kalten Wind ganz abgesehen) und auch sonst macht die Laguna einen eher tristen Eindruck – ein altes Fischerhüttchen vergammelt am Uferrand und außer uns ist niemand hier.

[Bild: Laguna Grande de Mojanda]

Aus diesem Grund machen wir uns auch sofort auf den Weg in westliche Richtung.

[Bild: Blick von der Laguna zum Fuya-Fuya Cerro Este (4263 m. - Ostgipfel)]

Unser Fahrer Marco bleibt beim Auto (bzw. Mini-Bus), während Marcelo vorangeht. Auf ausgetretenen Pfaden geht es sanft ansteigend über Páramo (andine Graslandschaft) bergauf, wobei nacheinander zwei kleine Gräben zu überqueren sind.

[Bild: Blick zurück zur Laguna Grande de Mojanda 3735 m.]

Eine schwach ausgeprägte Rippe (ca. 3940 m.) wird in Richtung SW bis unter die Flanke des Cerro Este verfolgt.

[Bild: Aufstieg über Páramo]

[Bild: Fuya-Fuya Cerro Este (Ostgipfel) 4263 m.]

[Bild: Blick zurück zur Laguna Grande de Mojanda]

Links von den Felsen des Ostgipfels (Höhe ca. 4060 m.) steigen wir über eine zunehmend steiler und rutschiger werdende Flanke bergauf zum Ostgratsattel (Punkt 4205 m.)

[Bild: Blick zum Ostgratsattel - rechts der Cerro Este 4263 m.]

Dort angekommen, machen wir kurz Pause. Trotz des (erwartet) wolkig-nebligen Wetters (damit muss beim Fuya-Fuya – und in Ecuador generell – rechnen!) ergeben sich einige interessante Ausblicke auf die von weiten Páramo-Flächen geprägte Umgebung des Bergmassivs.

[Bild: Posieren auf dem Ostgratsattel]

[Bild: Weite Páramo-Landschaften]

Schließlich machen wir uns auf zum Westgipfel. Während der Ostgipfel unmittelbar über dem Sattel aufragt, muss zum Erreichen des Westgipfels zunächst ein kurzer Grasgrat überquert werden, der das Highlight der Tour darstellt.

[Bild: Mystische Stimmung beim Weiterweg zum Cerro Oeste]

[Bild: Fuya-Fuya Cerro Oeste 4286 m.]

Am Beginn der Felsen muss im Bereich eines kleinen Gendarms sogar eine kurze Kletterstelle (Riss, II-) bewältigt werden (Anmerkung: Der Gendarm kann – im Aufstieg rechts – in der Südflanke umgangen werden. Wir taten dies beim Abstieg).

[Bild: Wer den Gipfel direkt ersteigt, muss an dieser Stelle einmal kräftig zupacken]

[Bild: Sieht beim Blick zurück doch etwas wild aus! - Der Gendarm kann (von hier aus gesehen) links unschwierig umgangen werden]

Nach ein paar weiteren einfachen Kraxelstellen stehen wir schließlich – 1,5 Stunden nach Aufbruch von der Laguna – auf dem breiten Gipfel des Fuya-Fuya Cerro Oeste (4286 m.) – Trotz der kleinen Anzahl an bewältigten Höhenmetern, der geringen technischen Schwierigkeit und der verhältnismäßig niedrigen Bedeutung des Gipfels freue ich mich ungemein über meinen ersten „Ecuador-Gipfel“. Zudem ist es für mich der erste Gipfelerfolg außerhalb der Alpen – in der Hinsicht also eine doppelte Premiere. Wir bleiben etwa eine Viertelstunde auf dem grasbewachsenen Gipfelplateau (schon komisch! – in den Alpen findet man in solcher Höhe nur Fels und „ewiges“ Eis vor) und genießen die – dann doch unerwartet guten – Ausblicke auf die weiten Páramo-Landschaften um uns herum.

[Bild: Auf dem Fuya-Fuya Cerro Oeste 4286 m.]

[Bild: Gruppenfoto]

[Bild: Marcelo beim Fotografieren]

[Bild: Blick zurück über den Grat zum Ostgipfel Cerro Este 4263 m.]

[Bild: Der Fuya-Fuya liegt inmitten weiter Páramo-Landschaften]

Angesichts des unsicheren Wetters (Wetterstürze kommen in Ecuador ganz plötzlich und können dann richtig heftig sein!) machen wir uns aber schließlich nach kurzer Zeit an den Abstieg. Vom Gipfel geht es zunächst (teils in leichter Kraxelei) abwärts bis kurz vor den markanten Gendarm.

[Bild: Abstieg vom Cerro Oeste]

Anstatt über die „Schlüsselstelle“ abzusteigen, umgehen wir nun den Felsturm. Dazu steigen wir linkerhand über eine steile und unangenehm-abschüssige Rinne bergab, queren unten nach rechts und erreichen kurz darauf wieder den Grasgrat.

[Bild: Abstieg über eine erdige und steile Rinne]

[Bild: Wieder auf dem Grasgrat zwischen West- und Ostgipfel]

Der weitere Abstieg über die von weiten Páramo-Flächen geprägte Aufstiegsroute geht dann schnell vonstatten.

[Bild: Abstieg zur Laguna - nur nicht die Orientierung verlieren!]

[Bild: Abstieg zur Laguna Grande de Mojanda]

An der Laguna Grande de Mojanda angekommen, (zum Glück sind wir von Regen verschont geblieben – inklusive Pausen haben wir für Hin- und Zurück 2,5 Stunden gebraucht) mache ich noch einen kurzen Abstecher ans Wasser.

[Bild: Informationstafel bei der Laguna - sehr interessant!]

[Bild: Laguna Grande de Mojanda 3735 m.]

Als alle wieder beim Wagen sind, fahren wir schließlich nach Otavalo, wobei wir die Nacht im „Hotel El Coraza“ verbringen. Otavalo, ca. 100 Kilometer nördlich von Quito gelegen, besitzt (Stand 2008) etwas mehr als 50.000 Einwohner („Otavaleños“ genannt) und ist für ecuadorianische Verhältnisse eine relativ saubere, reiche und sichere Stadt. [Ausführliche Informationen zur Stadt gibt’s hier] Die größtenteils von den Ureinwohnern (Indígenas) abstammende Bevölkerung (hier „Otavalos“ genannt) hat im hohen Maße von den Touristen, die die Stadt regelmäßig aufsuchen, profitiert. Morgen steht neben der (eigenständigen) Erkundung der Stadt die Besichtigung des bekannten „Mercado de Ponchos“ auf dem Programm. Anschließend werden wir nach Quito zurück fahren. Eine abschließende Bemerkung zum Fuya-Fuya: Wer selbstständig zur Laguna (Grande) de Mojanda gelangen möchte – in Otavalo können Camionetas (an-)gemietet werden, es ist mit dem Fahrer am besten auch eine entsprechende Abholzeit zu vereinbaren – ca. 12 US-Dollar in jede Richtung.

[Bild: Blick aus meinem Hotelzimmer]

9. August        Hotel El Coraza  -  Mercado de Ponchos  -  Parque Bolivar  -  (Iglesia) Santuario Del Señor De Las Angustias  -  Stma. Virgen De Monserrat Patrona De Otavalo  -  Hotel El Coraza  -  Quito (Tambocajas Guest House)

Nach der ersten Gipfelbesteigung am gestrigen Tag steht heute erneut Sightseeing auf dem Programm, bevor es in den kommenden Tagen dann Schlag auf Schlag geht. Vom Hotel El Coraza geht es zunächst auf den berühmten „Mercado de Ponchos“. Der indigene Handwerksmarkt von Otavalo gilt als der größte seiner Art in ganz Südamerika! Hunderte von Verkäufern und Händlern aus Otavalo und dem Umland (teils auch aus Kolumbien und Peru) verkaufen hier von etwa 7-17 Uhr ihre Ware. Schmuck, Holzschnitzereien, (originale) Panama-Hüte, Musikinstrumente, Kunst & Krempel, Essen aller Art, Touristenschnickschnack, Folklore und jede Menge (!) Klamotten bzw. Webwaren aus Wolle – für Souvenir- und Schnäppchenjäger das Paradies auf Erden! An Samstagen ist der Mercado de Ponchos am größten und beeindruckendsten, am heutigen Tag (in unserem Fall) besitzt er dagegen „Normalgröße“ – was ich jedoch als positiv empfinde, da so weniger los ist und wir uns entspannt umsehen können. Viele Menschen mögen die Nase rümpfen über diesen Markt, spürt man doch ganz deutlich den Einfluss des Tourismus, ich jedoch sehe den Markt als das, was er letztlich ist – Einkommensquelle für die Einheimischen sowie Attraktion und Vergnügen für die Touristen. Neben einem T-Shirt und einem Inka-Trinkhorn (es sieht einfach echt cool aus!) kaufe ich mir noch einen schicken weißen und originalen Panamahut. Aufgrund meiner Spanisch-Kenntnisse kann ich in allen Fällen den Preis noch massiv drücken – und keine Sorge, verhandeln und feilschen gehört hier zum guten Ton! Ach ja - bleibt man länger als 3 Sekunden (an einem Stand) stehen, wird man angesprochen. Und man lasse sich nicht täuschen - die Verkäufer sind zwar alle liebenswürdig und freundlich, aber letztlich wollen sie ihre Ware an den Mann bringen.

[Bild: Der Mercado de Ponchos ist ein Paradies für Souvenir-Suchende]

[Bild: Die Einwohner Otavalos haben zum Großteil indigene Wurzeln]

[Bild: Auf dem Mercado de Ponchos]

[Bild: An Auswahl mangelt es hier bestimmt nicht! - und auch für Fußballfans ist gesorgt]

Nach dem Mercado de Ponchos geht es weiter zum Parque Bolivar (ein sehr schöner Platz im Zentrum der Stadt) und zur (Iglesia) Santuario Del Señor De Las Angustias.

[Bild: Parque Bolivar mit der (Iglesia) Santuario Del Señor De Las Angustias im Hintergrund - ein sehr schöner, ruhiger Park!]

[Bild: Im Inneren der (Iglesia) Santuario Del Señor De Las Angustias]

Anschließend wagen wir uns in das Getümmel eines großen Essensmarktes. Von europäischen Hygiene- und Organisationsstandards kann zwar nicht die Rede sein, dafür geht es hier sehr lebhaft und authentisch zu – mir gefällt’s!

[Bild: Die Vielfalt an exotischen Lebensmitteln ist beeindruckend!]

[Bild: Frisches Obst in Hülle und Fülle]

[Bild: Frischfleisch kühlen? - Aquí no! - es ist zu empfehlen, das Fleisch lange und komplett durch zu braten!]

[Bild: Wie wär's mit einem frischen Schweinekopf als Souvenir?!]

[Bild: Obwohl ich nicht müde bin..fange ich langsam an Schäfchen zu zählen]

Im Anschluss besichtigen wir noch die Stma. Virgen de Monserrat Patrona de Otavalo.

[Bild: Im Inneren der Stma. Virgen de Monserrat Patrona de Otavalo]

[Bild: Stma. Virgen de Monserrat Patrona de Otavalo von außen]

Schließlich geht’s zurück zum Hotel El Coraza, wo Marco und Marcelo bereits auf uns warten. Wieder in Quito angekommen, verbringen wir noch ein paar entspannte Stunden im „Base-Camp“ Tambocajas Guest House, bevor wir uns abends erneut in die Stadt aufmachen.

[Bild: Basílica del Voto Nacional]

Es ist Freitagabend und in La Ronda pulsiert das (Nacht-)Leben!

[Bild: In einem der zahllosen Restaurants in La Ronda]

[Bild: Am Fuya-Fuya Cerro Oeste Normalweg]

 

10. August - Pasochoa Norte (4167 m.) - Nordroute


Ecuador Bergexpedition 2013 - Gesamtübersicht

 

[Bild: Parque Bolivar in Otavalo mit der (Iglesia) Santuario Del Señor De Las Angustias]

 

Nach oben